Umparken fürs Klima! ADFC-Aktionen zum Parking Day und weltweiten Klimastreik

Am 20. September war nicht nur internationaler Parking Day, sondern auch globaler Klimastreik der Bewegung Fridays for Future. Überall in der Stadt besetzten ADFC-Aktive Autoparkplätze und verwandelten sie mit kreativen Aktionen. Mittags folgten rund 1.000 Menschen dem Aufruf des ADFC zur gemeinsamen Fahrt zur Klima-Demo am Brandenburger Tor.

Nicht nur in Kreuzberg werden schon lange mehr Wege mit dem Rad zurückgelegt, als mit dem Auto. Trotzdem wird ein Großteil des öffentlichen Raumes von ihnen besetzt – ob sie stehen oder fahren. Letzteres ist meist die Ausnahme. Ein Auto wird in Deutschland durchschnittlich weniger als eine Stunde am Tag bewegt. So auch in der Wrangelstraße im Herzen von Kreuzberg 36. Hier, zwischen Spree und Görli, herrscht täglich Trubel. Einheimische und Touristen bevölkern die Straße, die meisten von ihnen sind zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Theoretisch ist die Straße ein „verkehrsberuhigter Bereich“, auch Spielstraße genannt, doch in der Praxis gehört die Straße nach wie vor den Autos. In großer Zahl drängeln sie durch die Straße und blockieren einander, wenn sie in zweiter Reihe stehen. Es ist eng auf den Gehwegen, einen Radweg gibt es nicht. Wo auch, wenn beide Straßenränder von parkenden Autos belegt werden?

Heute zeigt sich ein anderes Bild: Auf einigen Autoparkplätze haben sich am Morgen Aktivist*innen breitgemacht. Der ADFC hat auf zwei Stellplätzen eine kleine Bibliothek eingerichtet – Topfpflanze und Stehlampe inklusive. Gleich daneben stehen einige freie Lastenräder des ADFC-Projekts fLotte. Gegenüber machen es sich Aktive des VCD auf Sitzsäcken gemütlich, weiter vorn hat die Initiative autofreier Wrangelkiez Sofas auf die Straße gerollt. Die gemütliche Atmosphäre ist ansteckend: Passant*innen bleiben stehen, fragen nach, blättern in Büchern, setzen sich für einen Kaffee. Ähnliche Bilder gibt es zur gleichen Zeit in Pankow, Tempelhof, Hellersdorf und Charlottenburg, wo der ADFC ebenfalls Parkplätze verwandelt.

Foto: Dirk Michael Deckbar
Foto: Dirk Michael Deckbar
Einmal sicher Rad fahren auf dem Tempelhofer Damm. Wo sonst Autos parken, hat die ADFC-Stadtteilgruppe einen Radstreifen ausgerollt. Foto: DAVIDS/Frank Lehmann
Brotzeit statt Brummis. Foto: DAVIDS/Frank Lehmann

Die Wrangelstraße beginnt sich um 11 Uhr beginnt mit Fahrrädern zu füllen. Im geschlossenen Verband geht es von hier aus zum Klimastreik am Brandenburger Tor gehen. Innerhalb der näcshten Stunde kommen so viele Menschen zusammen, dass sie um die Ecke in der nächsten Straße stehen. Mit Schildern und Transparenten ausgerüstet geht es schließlich los. Getragen von den Bässen aus den Soundbikes fährt eine riesige Schlange aus Radfahrenden zum Brandenburger Tor – wo schon 200.000 andere Demonstrant*innen auf die warten.

Fotos: Dirk Michael Deckbar

Reinhören: Beitrag des Deutschlandradio zum Parking Day.