Schlagwort-Archive: Lieferdienste

Hindernisse auf der Strecke

2014 wurde Velogista als Genossenschaft und Hoffnungsträgerin für grüne City- Logistik gegründet. Aber das Unternehmen schaffte es in den vergangenen Jahren nicht in die Gewinnzone. Im August 2019 wurde das kriselnde Vorzeigeunternehmen schließlich verkauft. Die Radzeit geht der Frage nach, warum City-Logistik per Lastenrad so schwierig ist und sprach mit dem neuen Eigentümer von Velogista.

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Auf der letzten Meile

Im Gespräch mit Martin Schmidt, Geschäftsführer von Cycle Logistics und der Marke Velogista. Das Interview führte ANNE WEISE.

Martin, wie bist Du zur Fahrradlogistikbranche gekommen?
Logistiker war ich schon immer. Ich habe zuletzt ein Start-Up aufgebaut, das für Amazon Pakete ausliefert. Damit hatte ich von Anfang an direkten Kontakt mit der »letzten Meile«. Ich wollte danach aber etwas machen, bei dem mir das Herz aufgeht – und das sind Fahrräder. 2017 bin ich nach Wien zur Europäischen Rad logistik-Konferenz (ECLC) und habe gesehen: Da ist ein Riesenmarkt. Die Paketmengen steigen, die Onlinebestellungen steigen, die Probleme in den Städten steigen – was Verkehr angeht. Diesen Markt will ich mit Fahrrädern bedienen.

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Velogista – Interview mit Oliver Kociolek

Du bist selbst Fahrradlogistiker. Was hat sich in den letzten Jahren auf den Berliner Straßen in Sachen Lastenfahrrad-Logistik getan?
Leider nicht allzu viel. Es gibt ein paar sog. Leuchttürme, wie die Linienstraße in Mitte, die mir derzeit in der Logistik aktuell wenig nützt, da ich in der letzten Zeit meistens in Schöneberg unterwegs bin. Es ist meinem Empfinden sogar eher noch schlimmer geworden, denn zunehmend sind freizuhaltende Auffahrten aber auch die Ränder von Kreuzungseinmündungen zugeparkt, so dass es nicht mehr möglich ist, die letzten Meter direkt bis vor die Haustür zu fahren, worin ja gerade der unschlagbare Vorteil bei der Auslieferung mit dem Lastenrad liegen. Manchmal mach ich mir den kleinen Spaß und ich spreche die Leute auch an, dass sie dort nicht parken dürfen, wenn ich sie dabei auf frischer Tat ertappe. Meistens sagen sie dann: „Ja, ich weiß!“ Meine Replik: „Ja, umso schlimmer!“ Einfach so, die Leute sollen wenigstens ein schlechtes Gewissen haben. Für mehr – wie Polizei holen und warten – habe ich natürlich keine Zeit.
Spannend finde ich aber ein Projekt der BSR und erwarte mir hiervon zwingend pragmatische Schützenhilfe in Form von sogenannten Transportquerungen für die Mülltonnen. Wenn die alle 20-30m in einer Straße stünden, dann brauch ich nicht über 100m über den Bürgersteig fahren, sondern weiß, dass ich dort ungehindert direkt vor die Haustür fahren kann, was mit einem Fahrrad, was es ja nunmal ist, auch erlaubt ist. Wegen meiner könnten diese Transportquerungen im kompletten Innenstandring aufgestellt werden – sollen die Leute sich kleinere Autos kaufen – oder gar komplett abschaffen, wenn sie mit ihren SUV’s nicht parken können.

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Velogista – Interview mit Stefan Langer

Du bist Experte des ADFC im Bereich Wirtschaftsverkehr. Dein Gebiet ist der Einsatz von Lastenrädern in der Logistikbranche. Was hat sich in den letzten Jahren auf den Berliner Straßen in Sachen Lastenfahrrad-Logistik getan?
Etwas, aber viel weniger als notwendig oder gar möglich wäre.Es fehlt weiterhin an Anreizen, in eine stadt-, menschen- und umweltverträgliche Logistik zu investieren und betriebliche Innovationen umzusetzen. Solange jeder kostenfrei und jederzeit mit einem dreckigen Diesel-LKW in die Städte hineinfahren kann, wird sich gar nichts ändern.
Es geht auch nicht so sehr um Lastenräder als solche: Diese sind ein Baustein in einer multimodalen Logistikkette, die so viel wie möglich auf den Umweltverbund setzt. E-Lastenräder und Elektroleichtfahrzeuge generell sind ein wichtiges Puzzleteil, das dort zum Einsatz kommt, wo dies sinnvoll möglich ist. Von größter Bedeutung sind die Knotenpunkte, an denen der Umschlag zwischen den Verkehrsträgern stattfindet. Leider wurden beispielsweise Güterbahnhöfe in den letzten Jahrzehnten massiv stillgelegt und umgewidmet, was uns nun kräftig auf die Füße fällt. Der entscheidendste Punkt ist jedoch, dass es nicht gelungen ist, den Lieferverkehr generell zu reduzieren – ganz im Gegenteil. Verkehr zu reduzieren, statt ihn einfach auf einen anderen Verkehrsträger zu verlagern, sollte oberste Priorität haben. Ansätze hierfür gibt es zur Genüge.

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Pilotprojekt: Pakete per Lastenrad

Paketdienste machen mittlerweile rund ein Drittel des Wirtschaftsverkehrs in Berlin aus. Bis zu fünf Lieferdienste halten täglich an einer Haustür, meist mit stinkenden Dieseltransportern, die häufig in zweiter Reihe stehen und nicht selten den Radweg blockieren. Weiterlesen