Platz statt Parken

Zum internationalen Park(ing) Day am 21. September verwandelten erneut Menschen auf der ganzen Welt Autoparkplätze spontan (vorübergehend) in Parks. Auch in Berlin belebten Künstler, Aktivisten und engagierte Anwohner an zahlreichen Orten mit kreativen Aktionen den öffentlichen Raum, der sonst von Autos besetzt wird. Der ADFC Berlin machte mit mehreren Aktionen auf den enormen Flächenverbrauch von Autos aufmerksam.

Der ADFC geht von rund 1,5 Millionen Parkplätzen im öffentlichen Straßenland Berlins aus. Das entspricht einer Fläche von etwa 2.000 Hektar – rund zehn Mal mehr als die Fläche aller Kinderspielplätze in der Stadt.

Im Durchschnitt steht ein Auto 23 Stunden am Tag ungenutzt auf dem Parkplatz. In großen Teilen der Innenstadt noch nicht mal eine Parkraumbewirtschaftung stattfindet. Wo Parktickets nötig sind, liegen die Preise unter dem europäischen Durchschnitt.

Obst statt Autos: Am Böhmischen Platz in Neukölln informierte das Frauennetzwerk des ADFC und lud zu Erfrischungen ein.

»Berlin verschleudert seinen öffentlichen Raum zu Schnäppchenpreisen. Obwohl mehr als 40 Prozent der Haushalte ohne Auto leben, werden enorme Flächen für private Pkw reserviert. Dort, wo Kinder spielen könnten, Kaffee getrunken oder Stadtgrün wachsen könnte, steht parkendes Blech. Gleichzeitig stehen Parkhäuser an vielen Ecken leer«, kritisierte ADFC-Landesvorsitzende Eva-Maria Scheel.

Der ADFC fordert deshalb, die Zahl der Kfz-Parkplätze zu reduzieren und eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung innerhalb des S-Bahnrings zu Gebühren auf europäischem Niveau einzuführen. Die Einnahmen könnten in die Förderung der Radinfrastruktur und des ÖPNV sowie in die Aufwertung des öffentlichen Raums fließen.

Der ADFC kritisiert außerdem, dass Parkverstöße kaum geahndet werden und Parksünder nur niedrige Bußgelder befürchten müssen. Auch hier liegt Deutschland mit 20 Euro pro Verstoß (für das Parken auf Geh- und Radwegen) im internationalen Vergleich weit hinter anderen europäischen Staaten, wo Parkverstöße oftmals mehr als 100 Euro kosten.

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