Max Raabe im Interview: „Beim Radfahren fühle ich mich frei“

Sein Song „Fahrrad fahr’n“ ist eine Liebeserklärung ans Radfahren in Berlin. Im Interview mit der radzeit erzählt der Sänger Max Raabe, warum er so gern in die Pedale tritt und was er sich für die zukünftige Fahrradstadt Berlin wünscht.

Herr Raabe, im Musikvideo zu Ihrem Song „Fahrrad fahr’n“ radeln Sie gemeinsam mit einer bunten Schar von Tieren durch Berlin. Ist eine Stadt voller Fahrräder ein Traum von Ihnen?

Eigentlich schon. Allerdings gibt es bereits jetzt Fahrrad-Staus in Berlin, das habe ich am Großen Stern schon erlebt. Für die Zukunft brauchen wir deshalb ein besseres Miteinander im Verkehr. Außerdem sind die Fahrradwege viel zu schmal in Berlin, oft kann man sich kaum überholen. Andere Städte wie London oder Kopenhagen sind da schon viel weiter, dort gibt es Radwege wie Autobahnen, mit breiten Spuren. Da kommen Radfahrer geschmeidig aneinander vorbei, ohne überhaupt in Kontakt zu kommen mit dem Autoverkehr.

Wünschen Sie sich das auch für Berlin?

Ja, das wäre schön. Berlin hat viel breitere Straßen als London – wenn die das dort hinkriegen,  dann sollten wir das auch können.

„Auf’s Auto kann ich pfeifen, ich brauche nur zwei Reifen“ – Max Raabe in „Fahrrad fahr’n“ (Szene aus dem Musikvideo).

Sie fahren aber trotzdem gern Fahrrad in Berlin?

Ich benutze auch Bus, S-Bahn und Auto, aber auf dem Fahrrad verbringe ich die meiste Zeit. Ich bin kein Sportler, sondern benutze das Fahrrad als Verkehrsmittel und genieße das sehr.

Was genießen Sie besonders am Radfahren?

Ich bin draußen und genieße die Luft und die Bewegung. Mein Gehirn funktioniert viel besser, wenn ich auf dem Fahrrad sitze statt im Auto. Beim Radfahren kommen mir Ideen und ich fühle mich frei.

Was für ein Fahrrad fahren Sie?

Eine vollkommene Gurke, ein Herrenrad aus den 50er Jahren, das nicht mal eine Gangschaltung besitzt. Aber es hat eine wunderbare Übersetzung und fährt so geschmeidig und schnell, dass ich kaum trampeln muss. Das steht das ganze Jahr draußen, ich fahre auch den ganzen Winter über Fahrrad. Ich öle es zwar, bin aber sonst nicht sehr lieb zu ihm. Und es sieht nicht so toll aus, dass es für Bösewichte interessant zum Klauen wäre.

„Wenn ich mit meinem Fahrrad fahr‘, dann ist die Welt ganz einfach. Die Autos steh’n im Stau ich fahr vorbei“ – Max Raabe in „Fahrrad fahr’n“ (Szene aus dem Musikvideo).

Sehen wir Sie eigentlich auf der ADFC Sternfahrt?

Leider habe ich eine Allergie gegen Großveranstaltungen, da muss ich passen. Aber ich bin mit meinen guten Wünschen dabei!

Was muss sich für den Radverkehr in Berlin ändern?

Das wichtigste ist gegenseitige Rücksichtnahme, von Auto- und Fahrradfahrern gleichermaßen. Bei einem Linienbus will ich gar nicht, dass er mir die Vorfahrt gewährt, den kann ich ja auch durchwinken. Ich wünsche mir, dass Kinder bereits in der Grundschule verstärkt für das Verhalten im Straßenverkehr geschult werden. Mit mehr Umsicht könnte man vielleicht sogar auf einige Ampeln verzichten. Das betrifft auch Fußgänger, die sogar ohne Telefon in der Hand einfach auf die Straße fallen. Ich selbst benehme mich ja auch manchmal sehr trottelig. Darum bemühe ich mich, anderen gegenüber mild zu sein. Im Verkehr erfahre ich von anderen oft viel Rücksicht, die muss man dann auch zurückgeben.


Hier geht es zum Musikvideo von „Fahrrad fahr’n“ in voller Länge:  http://www.klassikakzente.de/max-raabe/home

Die radzeit verlost ein handsigniertes Fahrrad von Max Raabe! Einfach das Kreuzworträtsel in der radzeit-Ausgabe 3/2018 lösen (Erschinungstermin 10.08.2018) und das Lösungswort mit dem Betreff „Raabe“ an kontakt@radzeit.de senden!

 


*** Fahr mit auf der ADFC Sternfahrt am 3. Juni! ***

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