Klima retten – Rad fahren! 2.000 Menschen auf der ADFC Kreisfahrt

Mehr als 2.000 Menschen demonstrierten am 21.09.2019 auf der jährlichen Kreisfahrt des ADFC Berlin für eine Wende in der Klimapolitik und ein fahrradfreundliches Berlin. Die Kreisfahrt fand statt im Rahmen der Klima-Aktionswoche #week4CLIMATE und der Europäischen Woche der Mobilität.

Zum 19. Mal rief der ADFC Berlin zur Kreisfahrt auf, die alljährlich in der Europäischen Woche der Mobilität stattfindet. Der Klimaschutz – einer von vielen Gründen für eine attraktive Radinfrastruktur – stand diesmal im Mittelpunkt. Denn nur einen Tag zuvor hatte die Bewegung Fridays for Future zum globalen Klimastreik aufgerufen. Mehr als eine Million Menschen gingen in Deutschland auf die Straße, davon mehr als 200.000 in Berlin – der ADFC war natürlich dabei. Die Demonstration war Auftakt für eine Klima-Aktionswoche, innerhalb derer auch die Kreisfahrt stattfand. Die Demonstration führte in drei Stunden vom Potsdamer Platz einmal rund um die Innenstadt.

„Klimaschutz beginnt auf den Straßen vor unserer Haustür“, sagte Nikolas Linck vom ADFC Berlin vor dem Start der Demo und forderte die Verkehrswendein jedem Bezirk.

Der Klimaschutz braucht die Verkehrswende
Während in der Energiewirtschaft, in der Industrie und in privaten Haushalten die Treibhausgasemissionen in den letzten Jahrzehnten deutlich reduziert wurden, sind die Emissionen im Verkehrssektor trotz aller Auflagen und Technologien nahezu auf dem Stand von 1990. Grund dafür ist, dass der Kraftverkehr immer weiter ansteigt, auch in Berlin. Nicht nur gibt es immer mehr Autos – sie werden auch immer größer und haben daher einen höheren Verbrauch.

„Die rot-rot-grüne Koalition überschlägt sich mit Lob für ‚Fridays For Future‘, doch Berlin ist weit davon entfernt, seine Klimaziele zu erreichen. Die Verkehrswende ist notwendig wie nie, doch in den Ämtern fehlt der Mut zur Neuaufteilung der Straßen. Statt umzubauen, wird gezögert und gezaudert, wenn Autoparkplätze Radfahrstreifen weichen sollen“ kritisiert Eva-Maria Scheel, Landesvorsitzende des ADFC Berlin.

Jedes fünfte in Deutschland verkaufte Auto ist inzwischen ein SUV. Überdimensionierte Spritschlucker nehmen unverhältnismäßig viel Raum ein und verpesten die Luft. Die Automobilindustrie befeuert diesen Trend, weil SUV teurer sind als Kleinwagen und teurere Autos eine höhere Gewinnmarge bedeuten.

„Kein Mensch braucht in Berlin riesige, übermotorisierte  Spritschlucker, die uns den Platz nehmen und unsere Luft verpesten. Bequem und populär sind solche Autos nur, solange die Politik bereitwillig einen Großteil des öffentlichen Raums für den motorisierten Verkehr reserviert“, so Frank Masurat, Mitglied im Landesvorstand, im Vorfeld der Demo.