Keine halben Sachen: Demo für breiten Radfahrstreifen

 

Für den geplanten Radfahrstreifen auf der Hasenheide in Kreuzberg feierte sich der Senat schon vor Baubeginn. Doch statt zukunftsfähiger Infrastruktur wird ein Streifen geplant, der zu schmal ist zum gegenseitigen Überholen. Der ADFC Berlin organisierte eine Demo vor Ort.

Die Hasenheide in Kreuzberg ist für Radfahrende stressig und gefährlich: In Richtung Hermannplatz hat die mehrspurige Hauptstraße keinerlei Radinfrastruktur – trotz des vielen Radverkehrs zwischen Kreuzberg und Neukölln. Im November 2017 kündigte der
Senat dort für Frühjahr 2018 den Bau des ersten geschützten Radfahrstreifens nach neuem Standard an: mit grünem Belag und durch Poller vom Autoverkehr getrennt.

Mit Verspätung soll der Bau nun im Herbst starten, doch für den Radfahrstreifen ist lediglich eine Breite von 2,25 Meter vorgesehen. Abzüglich der notwendigen Sicherheitsabstände zu Pollern und Bordstein verbleibt nur eine Breite von 1,50 Meter für Radfahrende – zu schmal zum sicheren Überholen. Das widerspricht einschlägigen Regelwerken, die besagen, überschüssige Fläche bei der Aufteilung des Straßenraums dem Fußoder Radverkehr zuzuschlagen. Stattdessen sollen in der Hasenheide unnötig breite Kfz-Parkplätze entstehen – auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Etwa 150 Menschen kamen zu der Protestaktion. ADFC Vize-Vorsitzender Evan Vosberg forderte einen sicheren Radfahrstreifen statt der geplanten Schmalspurlösung. Foto: ADFC Berlin

»Statt eines sicheren Radwegs, der dem zunehmenden Radverkehr mit immer mehr Lastenrädern gerecht wird, sollen auf der Hasenheide extrabreite Parkplätze für noch größere SUV der nächsten Generation entstehen. Das führt das gerade erst verabschiedete Mobilitätsgesetz ad absurdum«, kritisiert Evan Vosberg, stellvertretender Landesvorsitzender und Beteiligter der Dialogrunde zur Erarbeitung des Mobilitätsgesetzes.

Der ADFC Berlin fordert eine Änderung der Planung mit großem Effekt: Der Radfahrstreifen soll einen halben Meter breiter werden. Die Autostellplätze würden dadurch schmaler, entsprächen aber noch immer dem gängigen Standard. Eine Lösung ohne Verlierer, wie der ADFC auf der Demonstration vor Ort mit einem ausrollbaren Radfahrstreifen zeigte.

 

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