Fahrrad 2.0

Siebzehn FahrradstraßFahrradstra+ƒenen gibt es derzeit in Berlin und sollte es nach den Grünen gehen, werden es in Zukunft noch deutlich mehr werden. Auf der Seite fahrradnetz-berlin.de fordern sie Internetnutzer auf, weitere Vorschläge zu machen: Statt selber alles vorzugeben, wolle man lieber die Schwarmintelligenz nutzen, so Stefan Gelbhaar, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus. Ziel ist ein durchgängiges Fahrradstraßennetz. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Eine Idee, für deren Realisierung man „schon in die dritte Dimension gehen müsste“, so Boris Schäfer-Bung, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Berlin bei der Vorstellung des grünen Projekts. „Schließlich werden Fahrradstraßen hauptsächlich auf Nebenstraßen ausgewiesen und passieren so immer wieder Kreuzungen, wo dann etwa Brücken gebaut werden müssten, für die in Berlin niemand Geld hat.“ Deutlich realistischer sei es also, Fahrradstraßen als Teil einer Gesamtstrategie einzurichten. „Andernorts können dann Radspuren angelegt werden oder Tempo 30 Zonen, die dann aneinander anschließen.“

Davon einmal abgesehen hätten die Berliner Fahrradstraßen derzeit auch noch alles andere als Modellcharakter: Schließlich würden ihre Grundregeln weiträumig missachtet. So dürfen Radfahrer auf diesen Wegen nebeneinander fahren, Kfz-Lenker müssen Gefährdungen und Behinderungen vermeiFahrradstra+ƒen2den, Durchgangsverkehr ist untersagt. Am Beispiel Linienstraße lässt sich eindrucksvoll zeigen, wie dieses gute Konzept in der Umsetzung scheitert: Beidseitig parkende Autos schränken die Fahrbahnbreite erheblich ein, parkplatzsuchende Autofahrer versperren Radfahrern so regelmäßig den Weg, andere werden von überholenden Kfz-Lenkern geschnitten. „Hier wäre es sinnvoll, den Autoverkehr als Einbahnstraße zu führen“, so Schäfer-Bung. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass wirklich, wie gesetzlich vorgesehen, nur Anlieger unterwegs sind – und Fahrradstraßen nicht als Schleichweg oder zur allgemeinen Parkplatzsuche missbraucht werden. Sobald dies der Fall sei, so Schäfer-Bung, wäre die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen sehr wünschenswert.

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