Die Freiheit und das Fahrrad feiern

Fotos © Kristoffer Schwetje

Auf dem „FRE!LAUF DIY Bike-Camp“ will die „Fahrradbande“ Menschen rund um die Themen Mobilität und Fahrrad zusammenbringen. Drei Tage Schrauben, Politik und Party – alles unter der großen Überschrift: Selbermachen. Mit-Organisator Florian Keiper erzählt von der Idee hinter dem Projekt und verrät, worauf er sich besonders freut. Das Interview führte Nikolas Linck.

 

„DIY Bike-Camp“ – was heißt das überhaupt?
Der Name hat drei Bestandteile. „Bike-Camp“ ist ein Ort,  an dem wir drei Tage lang gemeinsam leben und eine unvergessliche Zeit verbringen wollen – wobei das Fahrrad eine besondere Rolle spielt. DIY heißt „Do It Yourself“ und steht dafür, dass wir alles selbst machen, ohne Sponsoring von irgendwelchen Unternehmen. Dadurch wirkt einiges vielleicht ein bisschen improvisiert, aber dafür auch immer authentisch. Zusammen steht das „FRE!LAUF DIY Bike-Camp“ für einen Freiraum mit buntem Mix aus Workshops, Vorträgen, Fahrrad-Olympiade, Filmen, Konzerten, Feierei, mobiler Fahrradwerkstatt und vielem mehr. Dabei wollen wir gemeinsam neue Dinge lernen und sie diskutieren, Ideen teilen und vielleicht zusammen was daraus machen. Wir wollen aus ausgedienten Materialien knallbunte Fahrradmützen nähen und in der Bike-Kitchen – unserer mobilen Freiluft-Fahrradwerkstatt – tüfteln und schrauben.


FRE!LAUF DIY Bike-Camp
24. bis 26. August 2018 in Wriezen
Teilnehmende: Begrenzt auf 200
Unkostenbeitrag: 20€ bis 80€ (nach Selbsteinschätzung) + Spende für die Küfa
Anmeldung möglich ab Ende Mai/Anfang Juni
Weitere Infos gibt es Im Netz & auf Facebook


Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Im November letzten Jahres sind wir mit dem Fahrrad von Berlin zur Weltklimakonferenz nach Bonn gefahren. Eine Person aus der Gruppe erzählte von einem Gelände, das für Festivals genutzt werden kann. Tja, und da die besten Ideen dem Menschen beim Radfahren kommen, wurde während der Fahrt die Idee des DIY Bike-Camps geboren. Von Anfang an war klar, die politische Arbeit soll ebenso Platz bekommen wie die Party am Abend. Wir wollen das Camp aus der Fahrradszene für die Fahrradszene anbieten. Deswegen haben wir beim Vernetzungstreffen der Berliner Fahrrad-Initiativen von unserer Idee berichtet und im Dezember schon zum ersten öffentlichen Orga-Treffen eingeladen.

Florian Keiper (37) ist Gründungsmitglied der FahrradBande und Mit-Initiator des »Fre!lauf«-Camps.

Was darf auf keinen Fall verpasst werden?
Puh, die Frage ist gemein – es wird so viel tolles Programm geben. Wir haben politische Workshops, bei denen es zum Beispiel darum geht, wie Radwege von falsch geparkten Autos freigeräumt werden können. In einem anderen Workshop soll eine bundesweite Pro-Fahrrad-Kampagne entwickelt werden. Daneben bieten wir Workshops zu praktischen Skills wie Adbusting oder Pressearbeit an. Wer es ein bisschen handwerklicher mag, kann sich in unserer Open-Air Fahrradwerkstatt auspowern oder sich ein Handyladegerät fürs eigene Fahrrad bauen. Bevor wir den Abend beim Fahrradkino oder auf der Tanzfläche ausklingen lassen – und da freue ich mich schon richtig drauf – haben wir unterschiedliche Spaß-Wettkämpfe vorbereitet, zum Beispiel ein Wettrennen mit Kinderfahrrädern, also für Erwachsene. Oh, und unser Tandem-Lastenrad-Speed-Dating möchte ich an der Stelle noch erwähnen. Statt sich gegenüber zu sitzen, fahren die Date-Pärchen zusammen eine Runde auf dem Lastenrad oder Tandem.

 


FahrradBande
2014 entstand im Rahmen eines Workshops die Kampagne mitRADgelegenheit und später die FahrradBande. Grundgedanke der mitRADgelegenheit ist es, Radfahrer*innen zusammenzubringen.
Seit 2016 ruft die FahrradBande den Berliner Fahrradpreis aus. Zudem sorgte die FahrradBande im letzten Jahr mit ihrer Aussteiger*innen-Kampagne für Autofahrer*innen »carEXIT« bundesweit für Aufsehen.


 

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Wie organisiert ihr das alles?
Wir bekommen wirklich tolle Unterstützung aus der Berliner Fahrradszene. Sei es mit Vorträgen und Workshops, Material oder bei der Organisation. Es ist schön zu sehen, wie gut alle miteinander vernetzt sind – und auch vom ADFC gibt es natürlich Unterstützung. Unser Orga-Team besteht derzeit aus zehn Leuten und kann gern noch wachsen. Es sind also alle Fahrradfreundinnen und –Freunde herzlich eingeladen, mitzumachen. Einfach bei uns melden, wenn ihr organisieren, einen Workshop anbieten oder etwas spenden wollt. Das „FRE!LAUF DIY Bike-Camp“ ist, was wir zusammen daraus machen.

Gemeinsam stark: Die »MitRADgelegenheit« bringt Menschen zum Radfahren zusammen.

Was sollte ich mitbringen auf’s Camp?
Gute Laune, ansonsten nicht viel. Zelt, Isomatte und Schlafsack sollten dabei sein, den Rest haben wir vor Ort. Die Idee ist, gemeinsam mit allen von Berlin aus zum Camp zu radeln. Damit nicht jede Person Essen und Trinken für drei Tage mitbringen muss, haben wir eine Küfa, eine „Küche für alle“ organisiert. Dort gibt es drei Mahlzeiten am Tag gegen eine kleine Spende. Nur abspülen müssen alle, das ist eben DIY. Euer kaputtes Lieblings-T-Shirt könnt ihr mitbringen und daraus eure neue Lieblings-Fahrradmütze basteln. Oder andere Klamotten beim Siebdruck veredeln.

Was soll bleiben, wenn das Camp vorbei ist?
Es wäre cool, wenn sich Freundschaften auf dem Camp bilden würden. Die Pro-Fahrrad-Kampagne soll natürlich nach dem Camp weitergehen – vielleicht findet sich ja eine Gruppe, die sich darum kümmert. Vor allem wünsche ich mir, dass das Camp bei den Teilnehmenden ein kleines Feuer entflammt, sich weiterhin aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Wir brauchen viele, um die Mobilitätswende voranzubringen.

Weitere Informationen zum Camp

 

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