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Gemeinsam aktiv: Ein Jahr Frauen-Netzwerk im ADFC Berlin

Seit einem Jahr trifft sich das Frauen-Netzwerk des ADFC Berlin regelmäßig, plant Veranstaltungen und diskutiert aktuelle Verkehrspolitik. Lara Eckstein erklärt, worum es geht und mit Netzwerk-Mitgliedern gesprochen.

Warum sind eigentlich in unseren Stadtteilgruppen, unter unseren Tourenleiter*innen, unter den Fachreferent*innen und in unserem Vorstand so wenige Frauen? Und vor allem: Wie können wir das ändern? Das waren Fragen, die ich mir Anfang des Jahres 2018 gestellt habe. Ich war neu beim ADFC Berlin, kam gerade zurück vom ADFC-BundesForum, wo ich viel über die neue und inklusive Ausrichtung des ADFC gehört hatte. Ich war inspiriert vom Frauen-Netzwerk im ADFC Nordrhein-Westfalen und einigermaßen verwundert darüber, dass ausgerechnet im Berliner Landesverband die Geschlechtergerechtigkeit noch nicht so richtig angekommen war.

Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus und die Hälfte der Radfahrenden in Berlin. Frauen, Trans- und Inter-Personen sind in unserer Gesellschaft noch immer Diskriminierung ausgesetzt: Bestimmte Aufgaben werden ihnen zugeschrieben, bestimmte Fähigkeiten abgesprochen. Klar zeigt sich das auch in der Verkehrsplanung von einer Stadt wie Berlin, wo deutlich mehr Männer arbeiten. Und nein, eine Frau als Verkehrssenatorin ändert daran genau so wenig wie eine Frau als Bundeskanzlerin. Wer wann sprechen und entscheiden darf, entscheidet sich nach bestimmten Verhaltensmustern, die in uns allen – Männern, Frauen und allen anderen Geschlechtern – tief eingeschrieben sind. Es ist verdammt schwierig, diese Verhaltensweisen zu ändern. Für uns alle.

Ich fand es wichtig, einen Anlaufpunkt zu schaffen für Frauen, die gerne fahrradpolitisch aktiv sein möchten, die sich aber in den bestehenden ADFC-Angeboten nicht wohl fühlen. Deshalb habe ich das Frauen-Netzwerk ins Leben gerufen. Unsere Landesvorsitzende und auch der Geschäftsführer (ja, ein Mann!) haben mich dabei von Anfang an unterstützt. Weitere Unterstützung habe ich durch meine Kollegin, Anne Weise, zuständig für Aktivenkoordination und später durch ihre Elternzeitvertreterin, Britta Seidl, erfahren.

Wir treffen uns als Frauen-Netzwerk jeden dritten Montag im Monat um 19 Uhr im Velokiez. Die Treffen sind auch offen für alle, die sich als Trans oder Inter definieren. Bisher sind wir aber „nur“ Frauen. Alle kommen aus unterschiedlichen Ecken der Stadt und der Gesellschaft. Einige waren früher schon mal in Stadtteilgruppen aktiv, andere kommen über das Netzwerk zum ersten Mal zum ADFC Berlin. Einer Frau habe ich einfach mal bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Verkehrssicherheit einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem stand: „Wenn du auch mal zu Wort kommen willst, dann komm doch zu unserem Frauen-Netzwerk!“ Sie ist gekommen, dabeigeblieben und gemeinsam mit vielen anderen Frauen haben wir Filmabende organisiert und ein Argumentationstraining, haben am Parking Day einen Parkplatz besetzt und eine Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt

Ziel von unserem Netzwerk ist, dass wir einen geschützteren Raum schaffen, in dem wir einander zuhören können, Erfahrungen austauschen und Vertrauen aufbauen – ohne Männer, die dazwischenquatschen. Wir wollen Frauen motivieren und unterstützen, aktiv zu werden, uns einmischen in die verkehrspolitischen Debatten im ADFC, in der Fahrrad-Community und in unserer Stadt. Wir wollen zeigen, dass Fahrrad-Aktivismus Spaß machen und gleichzeitig etwas bewegen kann.

Antonija (35) aus Mitte

Antonija, Warum bist du beim Frauen-Netzwerk aktiv?
Das tolle am Frauennetzwerk ist, dass wir gemeinsam überlegen, welche Projekte wir umsetzen wollen, und dabei thematisch nicht eingeschränkt sind. Die Zusammenarbeit macht großen Spaß, da wir von unseren unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten profitieren, und zugleich ähnliche Erfahrungen als Radfahrerinnen mitbringen, die nicht warten wollen, bis die Mobilitätswende vom Himmel fällt.

Was wünschst du dir fürs Radfahren in Berlin?
Ich wünsche mir, dass wir Radfahrenden und der gesamte Umweltverbund mehr Platz bekommen, mindestens die Hälfte der Straße! Praktisch könnte das so aussehen, dass Autofahrende auf den Hauptstraßen nur noch eine Autospur befahren, und die zweite Spur gehört den Radfahrenden und dem ÖPNV. Und alle Nebenstraßen werden zu Fahrradstraßen

Was wünschst du dir vom ADFC Berlin?Dass er sich für genau das einsetzt, was ich mir als Radfahrerin für Berlin wünsche, und diese Ziele für Berliner*innen in der Zukunft nicht mehr utopisch klingen, sondern selbstverständlich. Ich bin überzeugt, dass das Radfahren einen wichtigen Bestandteil der Mobilität der Zukunft ausmacht. Es ist eine so einfache und geniale Lösung für viele Herausforderungen der wachsenden Städte und knapp werdenden Ressourcen.

Brigitta (44) aus Marzahn-Hellersdorf

Brigitta, warum bist du beim Frauen-Netzwerk ak­tiv?
Weil die Verkehrswende nur mit Frauen zu schaffen ist.

Was wünschst du dir fürs Radfahren in Berlin?
Die Akzeptanz des Fahrrades als gleichberechtigtes Verkehrsmittel mit allen Konsequenzen sowie als Teil der Lösung der Verkehrsprobleme.





Was wünschst du dir vom ADFC Berlin?
Mut zur Veränderung, Entschlossenheit, Beständigkeit, Professionalität und mehr aktive Frauen

Doreen (47) aus Treptow-Köpenick (Foto: doreen-2)

Warum bist du beim Frauen-Netzwerk ak­tiv?
Gemeinsam mit Frauen bei interessanten Themen nicht nur über technische Details diskutieren, sondern spannende Projekte initiieren und umsetzen. Interessierte Frauen für den ADFC begeistern und in gemeinsamen Aktionen rund ums Radfahren Spaß haben.

Was wünschst du dir fürs Radfahren in Berlin?
Ausreichend breite Radwege und Radschnellwege, sicher gestaltete Kreuzungsbereiche mit Rad- und Fußgängerwegen, die nicht nur versierten Radfahrer*innen, sondern auch „Wenigradler*innen“ das Radfahren erleichtern und die Nerven aller Beteiligten schonen. Außerdem verstärkte Rücksichtnahme auf unsere radelnden Kinder – dazu gehört auch ausreichend Zeit für die wichtige Arbeit der Fachfrauen und -männer bei der Verkehrserziehung und Praxisvermittlung.

Was wünschst du dir vom ADFC Berlin?
Neugier auf Frauen mit Ideen, offene Kommunikation und vielfältige Unterstützung bei der Umsetzung der Ideen mit der Erfahrung von vielen Fachleuten. Außerdem die Vernetzungsarbeit mit anderen Initiativen ausbauen, damit wir gemeinsam das Mobilitätsgesetz in Berlin zu einer tragenden Säule für die zukünftige Stadtentwicklung machen.

Mecklenburgischer Seen-Radweg: Baden fahren

Eine rund 600 Kilometer lange Tour führt von Lüneburg nach Usedom – oder auf einer reizvollen Abkürzung nach Stettin. Text und Fotos von Stefan Jacobs.

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Max Raabe im Interview: „Beim Radfahren fühle ich mich frei“

Sein Song „Fahrrad fahr’n“ ist eine Liebeserklärung ans Radfahren in Berlin. Im Interview mit der radzeit erzählt der Sänger Max Raabe, warum er so gern in die Pedale tritt und was er sich für die zukünftige Fahrradstadt Berlin wünscht.

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Wenn die »Generation Handy« für die Radfahrprüfung übt

Fotos © Claudia Lippert

Die Radfahrausbildung steht im Lehrplan der Berliner Grundschulen, üblicherweise legen die Kinder in der vierten Klasse ihre Prüfungen ab. Für die praktische Ausbildung auf dem Velo steigen die Jungen und Mädchen in einer der rund zwei Dutzend Berliner Jugendverkehrsschulen (JVS) auf den Sattel. Wie es bei einer Übungsstunde zugeht und wie wichtig die JVS für die Verkehrserziehung sind, hat sich CLAUDIA LIPPERT angesehen.
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Weniger Fahrraddiebstähle angezeigt

In Berlin wurden voriges Jahr 30.325 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht, das sind rund 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Weiterlesen

Pilotprojekt: Pakete per Lastenrad

Paketdienste machen mittlerweile rund ein Drittel des Wirtschaftsverkehrs in Berlin aus. Bis zu fünf Lieferdienste halten täglich an einer Haustür, meist mit stinkenden Dieseltransportern, die häufig in zweiter Reihe stehen und nicht selten den Radweg blockieren. Weiterlesen

Cycle Oregon: Wo der Westen noch wild ist

Jedes Jahr im September fahren 2.000 Radler durch den amerikanischen Nordwesten – um in grandioser Landschaft Gutes für sich und andere zu tun. Text und Fotos von Stefan Jacobs.

Erstklassig: Der Highway One zwischen Brookings und Gold Beach, gleich nördlich von Kalifornien. © Stefan Jacobs

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Schön, schöner, Schönhauser

Im Rahmen des neuen Berliner Mobilitätsgesetzes sollen Hauptverkehrsstraßen fahrradfreundlicher werden. Für die Schönhauser Allee hat der Senat die Einrichtung so genannter Parklets beschlossen: Mini-Ruhebereiche mit Sitzmöbeln und Begrünung. Parallel dazu sorgt ein Projekt mit Einzelhändlern dafür, das Einkaufen mit dem Rad angenehmer zu machen. Text und Fotos von Dagmar Huber. Weiterlesen

ADFC-Kreisfahrt: Radgesetz statt Rumdieseln!

© Norbert Kesten

Am Samstag, den 16. September haben an der 17. ADFC Kreisfahrt mehr als 1.000 Radfahrende teilgenommen. Eine Woche vor der Bundestagswahl demonstrierte der ADFC gegen den Abgasbetrug der Autohersteller und eine Politik, die dabei zuschaut statt zu handeln.

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Radeln ohne Plan

Stadtpläne für Radfahrer gab es früh in Berlin. Es handelt sich um eine Emanzipations-Geschichte. Von Giuseppe Pitronaci

An Stadtplänen kann man ablesen, wie man von A nach B kommt oder wie Radfahrer um ihr Recht kämpfen. Sie zeichneten per Hand Totenköpfe in Berlin-Pläne und vervielfältigten sie. Die so genannten Totenkopf-Atlanten sind bei Fahrrad-Aktivisten legendär, der erste entstand 1980. Blaue Totenköpfe markierten in diesen Stadtplänen gefährliche Kreuzungen. Weiterlesen

Park(ing) Day: Protest gegen verfehlte Flächenverteilung

Auch in diesem Jahr haben am 15. September wieder zahlreiche Initiativen weltweit den ParkingDay bereichert. Der ADFC war mit mehreren Aktionen auch in den Kiezen aktiv.

Spannender als jedes Auto: Bei einem der ADFC-Parks konnten per Pedaltritt Postkarten gedruckt werden – inklusive musikalischer Untermalung. © ADFC Berlin

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Gemeinsam für die »Vision Zero« in Berlin und Brandenburg

In ihrer letzten Ausgabe warf die radzeit einen Blick auf Radunfälle mit Lkw in
Berlin. Dabei handelt es sich nicht nur in der Hauptstadt um ein Problem. Auch
in kleineren und größeren Orten in Brandenburg werden jedes Jahr Radfahrende
durch Lkw getötet. Weil Schwerlastverkehr ebenso wie Radverkehr anwächst,
ist keine Besserung in Sicht. Von Lea Hartung, Landesgeschäftsführerin des
ADFC Brandenburg. Weiterlesen

Mobilitätsgesetz: ADFC fordert mehr Unterstützung von Müller

Nachdem der Entwurf des geplanten Mobilitätsgesetzes am 4. August der Öffentlichkeit
vorgestellt wurde (siehe radzeit 03/2017), ist noch immer unsicher, ob das Gesetz in diesem Jahr verabschiedet wird.

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