Archiv der Kategorie: Mobilität

Abhängig vom Auto

In Marzahn-Hellersdorf dominiert der Autoverkehr, denn Rad-, Fuß- und öffentlicher Nahverkehr wurden bislang vernachlässigt. Eine neue Stadträtin macht Hoffnung, muss sich jedoch noch beweisen.

Auch wenn manch einer in Berlin- Mitte es kaum glauben mag: Marzahn-Hellersdorf hat einiges zu bieten. Zwischen Plattenbausiedlungen und Einfamilienhaus-Idyll finden sich lauschige Baggerseen, Wanderwege, eine historische Mühle und die einzige Seilbahn der Stadt. Doch wer aus der Innenstadt zu einem Besuch mit dem Fahrrad anreist, muss sich auf ein Nahtoderlebnis gefasst machen, noch bevor das Sightseeing losgehen kann.

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»Unsere Straßen sind jetzt schon voll«

Nadja Zivkovic ist seit anderthalb Jahren Stadträtin für Verkehr in Marzahn-Hellersdorf. Im radzeit-Interview spricht sie über die Verwaltung als unattraktiven Arbeitgeber, die schwierige Zusammenarbeit mit der VLB und über die Probleme, die immer mehr Autoverkehr mit sich bringt.

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Spreeuferweg selbst gemacht

Weil die Behörden seit Jahren untätig sind, haben ADFC-Aktive einen Teil des Spreeuferwegs selbst ausgebessert.

Der Zustand des Spreeuferwegs zwischen Charlottenburg und Spandau ist vielerorts eine Katastrophe. Je nach Wett er behindern entweder Matschwüsten oder Pulversand beim Gehen, Joggen und Radfahren. Beides sorgt immer wieder für Stürze. Eigentlich gehört der Abschnitt zum offiziell touristisch ausgewiesenen Spreeradweg von der Quelle bis zur Mündung, doch bis der neu gebaut wird, fühlt sich in den Verwaltungen wieder einmal niemand zuständig. Nachdem Anfragen ans Bezirksamt und das Wasser- und Schifffahrtsamt, auf deren Flächen der Weg liegt, allesamt ohne Erfolg blieben, nahm die ADFCStadtteilgruppe City-West im Dezember die Sache selbst in die Hand. Mit Lastenrädern und Fahrradanhängern transportierte sie fünf Tonnen Spezialsand ans Ufer und besserte die Schlaglöcher aus. »Was bleibt einem anderes übrig, wenn sich sämtliche Verantwortliche für unzuständig erklären? Der Weg soll doch sicher benutzbar sein, bis nach Fertigstellung der Autobahnbrücken, erst dann der Uferweg darunter asphaltiert wird« erklärt Vorstandsmitglied und Charlottenburger Henning Voget. Er macht weiterhin Druck für die Neugestaltung des gesamten Weges.

Weniger Autos, mehr Mobilität: Bündnis Berliner Straßen für alle

Das Mobilitätsgesetz soll Berlins Verkehr tiefgreifend verändern. Der ÖPNV soll ausgebaut und breite Rad- und Gehwege geschaffen werden. Gleichzeitig gibt es in Berlin bereits heute mehr als 1,2 Millionen Autos. Jedes Jahr steigt ihre Zahl. Für mehr Platz und für eine lebenswerte und klimafreundliche Stadt muss der Autoverkehr reduziert werden. Der ADFC hat deshalb mit einem breiten Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsorganisationen ein Forderungspapier aufgestellt. Der Maßstab des Erfolgs: Die Halbierung der Anzahl der Pkw in Berlin alle zehn Jahre. Sieben Forderungen sind in dem Papier enthalten, darunter die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, die Umwandlung von jährlich 60.000 Parkplätzen im öffentlichen Raum, die Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs mit weniger und kleineren Fahrzeugen und der stadtweite Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2030. Das Bündnis besteht bislang aus 11 stadt-, umwelt- und verkehrspolitischen Verbänden und Initiativen und freut sich über weitere Parter*innen.

Infos unter: www.berliner-strassenfuer-alle.de

Visionen von Frauen für die Stadt für alle

Warum werden Debatten um Mobilität und Stadtplanung meist von Männern dominiert? Was ändert eine weibliche Perspektive auf Verkehrsplanung? Und wie gelangen wir zu einer Stadt mit weniger Autoverkehr und mehr Lebensqualität für alle? Der ADFC Berlin lud fünf Expertinnen ein, um ihre Visionen einer »Stadt für alle« zu diskutieren. Von Nikolas Linck.

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Interview mit Marianne Weinreich: »Warum fragt ihr nicht einfach eine Frau?«

Marianne Weinreich (46) ist Vorsitzende der Dänischen Fahrrad-Botschaft und seit 20 Jahren international als Beraterin, Managerin und Campaignerin für Radverkehr und nachhaltige Mobilität tätig. Aktuell arbeitet sie für das dänische Unternehmen Ramboll, das in Berlin bald im Auftrag der Stadt Radschnellwege planen wird. Am 28. März nahm sie an der Diskussion »Stadt für alle« des ADFC Berlin als Expertin auf dem Podium teil und sprach in einer Keynote über Frauen im Mobilitätswesen (siehe Artikel „Visionen von Frauen für die Stadt für alle„). Nikolas Linck sprach mit ihr über weibliches Mobilitätsverhalten, Ratschläge für Regine Günther und das Rauchverbot als Vorbild für weniger Autoverkehr.

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Radschnellwege: Qualität oder Kompromisse?

Die ersten Radschnellverbindungen in Berlin werden nicht vor 2024 fertig sein. Doch schon jetzt werfen zwei geplante Routen Fragen auf, die maßgeblich über ihre zukünftige Qualität entscheiden. Von Susanne Jäger und Nikolas Linck.

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Offene Fragen zum Mauerweg

Der Berliner Mauerweg macht ein Stück deutscher Geschichte erlebbar und ist wichtiges Tourismusziel. Trotzdem befinden sich große Teile in miserablem Zustand. Nun will der Senat endlich Abhilfe schaffen. Doch die derzeitige Planung berücksichtigt nicht alle Mängel, die der ADFC in seiner eigenen Prüfung dokumentiert hat. Von Kai-Uwe Thiessenhusen.

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Vorgaben für den Radverkehrsplan auf der Zielgeraden

Das Berliner Mobilitätsgesetz schreibt einen konkret umzusetzenden Radverkehrsplan vor. Die Vorgaben für diesen Plan werden derzeit in einer Dialogrunde aus Vertretern der Verwaltung, Fraktionen, dem ADFC sowie anderen Verbänden erarbeitet. Er soll vor der parlamentarischen Sommerpause vom Senat als Rechtsverordnung beschlossen werden.

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Was bringt das Mobilitätsgesetz ? Teil 2: Radverkehrsteil

Das Berliner Mobilitätsgesetz ist seit Juni in Kraft. Was bedeutet es für Radfahrerinnen und Radfahrer? In einer zweiteiligen Serie fasst die radzeit die wichtigsten Inhalte zusammen. In diesem, zweiten Teil der Serie geht es um den Abschnitt zum Radverkehr. Weiterlesen

Ratgeber: Besser leben ohne Auto

 

Eine autofreie Familie löst selbst in Berlin immer noch Kopfschütteln und ungläubiges Staunen aus. Zu groß scheinen die Hürden, die man ohne eigenes Auto überwinden muss: Einkäufe, Möbeltransport, Regenwetter oder Schienenersatzverkehr.

Dennoch sind autofreie Menschen keine Exoten. Denn ein Viertel aller bundesdeutschen Haushalte, in den Großstädten wie Berlin sogar mehr als 40 Prozent, besitzt kein Auto.

Die Autorinnen und Autoren vom Verein autofrei leben! gehen auf die häufigsten Fragen zum Leben ohne Auto ein, verraten einige Geheimtipps und machen Mut, sich vom eigenen Auto zu trennen. Das Credo: Ein Leben ohne Auto wirkt nicht nur befreiend, sondern macht auch glücklich.

So schlagen sie einen großen Bogen über alternative Fortbewegungsmittel – von den eigenen Füßen über Fahrräder bis hin zur Bahn. Die häufig angeführten Argumente pro Autobesitz –Leben mit Kindern, größere Transporte und Reisen – werden in drei Querschnittskapiteln entkräftet. In »Besser leben ohne Auto» stellen sich auch einige autofreie Menschen vor und berichten von Widrigkeiten und Freuden, Tricks und Strategien ihres autofreien Alltags.

Hier wird mit dem weit verbreiteten Vorurteil aufgeräumt, Autofreiheit sei bestenfalls etwas für leicht verschrobene Junggesellen mit Neigung zu exzessivem Radsport. Das Buch richtet sich an Umsteigewillige und frisch autofreie Menschen, weniger an Experten, denen viele Tipps bekannt und vielleicht auch trivial erscheinen könnten.

autofrei leiben! e. V. (Hrsg.): Besser leben ohne Auto. Oekom Verlag, München 2018. 128 Seiten, 14 Euro. ISBN 978-3-96238-017-5 auch als E-Book erhältlich (10,99€)

Berlin erfolgreich mit Bundesratsinitiative für verpflichtende Abbiegeassistenten

Der Bundesrat hat im Juni mit breiter Mehrheit eine Bundesratsinitiative Berlins für die verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenzsystemen für Lkw verabschiedet. Der Beschluss fordert die Bundesregierung dazu auf, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht Abbiegeassistenzsysteme verpflichtend sind. Weiterlesen

Fahrrad-Filter für Nebenstraßen

In Neukölln macht ein altes Konzept der Verkehrsplanung wieder Schule: Modale Filter sind bauliche Hindernisse, die Kraftfahrzeugen die Durchfahrt in einer Nebenstraße unmöglich machen. So entstehen sichere Radrouten und lebenswerte Kieze. Wird Neukölln damit zum Fahrrad-Vorzeige-Kiez? Von Lara Eckstein.

Blumenkübel als Filter gegen Durchfahrtsverkehr: Diese Idee des Netzwerks Fahrradfreundliches Neukölln wurde vom Bezirksamt aufgegriffen. Noch dieses Jahr soll ein Modaler Filter in der Braunschweiger Straße installiert werden. ©  Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln/Reiners

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Was bringt das Mobilitätsgesetz?

Das Berliner Mobilitätsgesetz ist endlich vom Abgeordnetenhaus beschlossen worden. Was bedeutet es konkret für Radfahrerinnen und Radfahrer? In einer zweiteiligen Serie fasst die radzeit wichtige Inhalte zusammen (Teil 1). Weiterlesen

Wohin mit dem Rad im Mietshaus?

Im Hinterhof sind mal wieder alle Stellplätze belegt, einen Fahrradkeller gibt es nicht und das Rad im Hausflur abzustellen, hat der Vermieter verboten. Häufiger Alltag in Berliner Mietshäusern. Aber wohin dann mit dem Fahrrad? Text und Fotos von Katrin Starke und Claudia Lippert.

So sieht es in vielen Berliner Innenhöfen aus: Die Fahrräder stehen kreuz und quer. Vernünftige Bügel zum Anschließen fehlen, stattdessen gibt es »Felgenkiller«, in denen das Velo nur mit dem Vorderrad fixiert werden kann.

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