Besser Radfahren in Brandenburg

ADFC-Aktive aus Brandenburg beim Herbsttreffen 2014

Die Ortsgruppen des ADFC Brandenburg im Kurzporträt

Wer die Bedingungen für das Radfahren verbessern will, braucht Mut und Durchhaltevermögen. Das stellen in Brandenburg der Vorstand (Dirk Israel, Birgit Korth, Adelheid Martin und Christian Tschöpe) und die Ortsgruppen (OG) des ADFC durch ihr kontinuierliches Engagement immer wieder unter Beweis. VON JULIA LÖVENICH

Die kürzlich gegründete OG Bernau hat so erfolgreich Werbung für den ADFC Fahrradklima-Test (FKT) betrieben, dass die Stadt erstmals in der Auswertung vertreten ist. In Bernau wurde bei fast al-len Radwegen die Benutzungspflicht aufgehoben, darüber hinaus bleibt aber viel zu tun. Im Gespräch mit dem Bürgermeister und Stadtverordneten wurde die Gründung einer »AG Radverkehr« beschlossen.

In Cottbus konzentrieren sich zwei aktive Tourenleiter auf die Zusammenarbeit mit den Tourismusvereinen in Cottbus, dem Spree-Neiße-Kreis und Polen. Mit über 20 Prozent Radverkehrsanteil ist Cottbus gut positioniert. Am »Runden Tisch Radverkehr« treffen sich regelmäßig Vertreter der Stadt, Polizei und städtischen Tourismusgesellschaft und besprechen mit dem ADFC-Vertreter radrelevante Planungen. Ziel ist der Ausbau der guten Zusammenarbeit mit städtischen Gremien und die Sicherung des hohen Radverkehrsanteils.

Die OG Frankfurt (Oder) hat den Vorsitz der »AG Radverkehr« inne und engagiert sich dort seit zwölf Jahren für ein fahrradfreundliches Frankfurt. Auch wenn dieses Ziel noch nicht erreicht ist, hat bei vielen Akteuren ein Mentalitätswandel eingesetzt. Die Ortsgruppe ist mit gezielten Anfragen im Verkehrsausschuss der Stadtverordnetenversammlung präsent und analysiert vor kommunalen Wahlen die Positionen der Parteien zum Radverkehr.

Auch die OG Kleinmachnow setzt seit Jahren auf Teamwork und Verbündete. Aus der OG heraus ist 2014 beispielsweise eine »AG Barrierefreies Kleinmachnow« mit Teilnehmenden aus der Gemeinde- und Landkreisverwaltung entstanden. Peter Weis, Sprecher der OG, setzt sich gerichtlich für eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht ein und bedankt sich für die großzügigen Spenden (s. Radzeit 3/14). Die Verfahren werden vermutlich 2015 entschieden.

Die OG Oranienburg gründete sich 2005. Die Stadt ist bereits seit 2003 Fördermitglied des ADFC und ein engagierter Partner des Vereins. In Zusammenarbeit werden Konzepte für ein fahrradfreundliches Oranienburg entwickelt. Dank der StVO-Novelle konnten zahlreiche verkehrsrechtliche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs umgesetzt werden. Mit Mitteln des Förderprogramms »Grünes Oranienburg« hat die OG einen Rastplatz am Radweg Berlin-Kopenhagen (am Lehnitzsee) errichtet. Die OG bietet Tages- und Feierabendtouren sowie 14-tägig Seniorentouren an. Hinzu kommen jährlich eine Neubürgertour und die »Tour de MOZ« gemeinsam mit dem Bürgermeister, die großen Zuspruch erfahren.
Mit der fahrradfreundlichen Stadtverwaltung hat es der Potsdamer Kreisverband (KV) gut getroffen. Anregungen werden in der „AG Rad“ ernst genommen und weitestgehend zeitnah umgesetzt. Kein Wunder, dass Potsdam beim FKT 2012 in der Kategorie »Aufholer« den ersten Platz belegte. Die Potsdamer Ehrenamtlichen bieten in der ADFC-Landesgeschäftsstelle im Holländischen Viertel wöchentlich eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt und einen Infoladen an. Auch Feierabendtouren und Seniorentouren finden wöchentlich statt.

Auch die OG Teltow ist noch jung. Arbeitsschwerpunkt ist die kommunale Radverkehrsförderung, welche in quartalsweisen Treffen mit Bürgermeister, Amtsleitern in Tiefbau und Verkehr sowie der Kontaktaufnahme zu den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung weiter vorangebracht werden soll. Bisher konnte die Freigabe einer Einbahnstraße für den Radverkehr erreicht werden. Im FKT ist Teltow 2014 erstmals vertreten.

Der KV Teltow-Fläming hat eine Radverkehrsschau mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises und den umliegenden ADFC-Kreisverbänden veranstaltet. Mit Erfolg: Die Benutzungspflicht für Radwege konnte an vielen Stellen – so auch an Bundes- und Landes-straßen – aufgehoben werden. Ein weiteres Thema ist die Führung des Radverkehrs im Kreisverkehr.

Der ADFC Brandenburg hat aktuell rund 2 200 Mitglieder. Neben den Ortsgruppen existieren in vielen Orten lokale Ansprechpartner. Damit wir uns weiter für die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrende einsetzen können, freuen wir uns über neue Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer! Nehmen Sie einfach Kontakt zur Landesgeschäftsstelle oder zu den einzelnen Sprechern auf. http://brandenburg.adfc.de/490

 

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