Radfahrende zeigen Präsenz

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Rund 120.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei der ADFC-Fahrradsternfahrt Mitte Juni für eine schnellere Umsetzung der Radverkehrsstrategie demonstriert. Mit der Kreisfahrt am 19. September steht die nächste ADFC-Demo an. Unter dem Motto »Flexibel ans Ziel – mit Fahrrad, zu Fuß, mit Bahn & Bus!« widmet sich der ADFC dem Umwelt-verbund und prangert Missstände bei der Vernetzung der Verkehrsmittel an.

Rund 120.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei der ADFC-Fahrradsternfahrt Mitte Juni für eine schnellere Umsetzung der Radverkehrsstrategie demonstriert. Mit der Kreisfahrt am 19. September steht die nächste ADFC-Demo an. Unter dem Motto »Flexibel ans Ziel – mit Fahrrad, zu Fuß, mit Bahn & Bus!« widmet sich der ADFC dem Umweltverbund und prangert Missstände bei der Vernetzung der Verkehrsmittel an.

Bei frühsommerlichem Wetter konnte der ADFC Berlin wieder über hunderttausend Radfahrer mobilisieren, um unter dem Motto »Fahrradstadt Berlin – jetzt!« für die zügige Umsetzung der Radverkehrsstrategie zu demonstrieren. »Heute konnte man sehen, dass alle Altersklassen mit dem Fahrrad unterwegs sind, auf Kurz- und Langstrecken, gemütlich und schnell, allein, auf Tandems, im Kinderhänger und auf dem Last­enrad«, sagt Eva-Maria Scheel kurz nach der Sternfahrt. Die ADFC-Landesvorsitzende fordert: »Die Infrastruktur muss allen die Möglichkeit bieten, komfortabel und sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein!« Auf dem anschließenden Umweltfestival reagierte Verkehrssenator Geisel: Im Zuge der wachsenden Stadt müsse auch über Umverteilungen zu Lasten des Autoverkehrs nachgedacht werden und es dürfe künftig nicht mehr vorkommen, dass Mittel aus dem Fahrradhaushalt verfallen.
Die diesjährige Fahrradsternfahrt war bereits die 39. ihrer Art. Mit knapp 1000 Kilometer Streckenlänge, darunter zwei Autobahnabschnitten, und über hunderttausend Teilnehmenden ist sie die größte regelmäßige Fahrrad-Demo der Welt.

Save the date! – Fahrrad-Demo am 19. September

Eine menschenfreundliche, gesunde und verkehrssichere Stadt ist eine mit wenig Autoverkehr. Um den Weg dorthin zu ebnen, müssen die alternativen Verkehrsarten noch besser zu einem Umweltverbund vernetzt werden. Dabei spielt das Fahrrad eine zentrale Rolle. Sichere Abstellanlagen an Bahnhöfen sind eine ebenso wichtige Maßnahme wie Schieberinnen an Treppenzugängen und praktikable Fahrrad- oder Mehrzweckabteile im ÖPNV. Um Einpendler aus dem Umland zum Umsteigen zu bewegen, müssen die Wege zu den Regionalbahnhöfen2015-08-11_Kreisfahrt-2015 fahrradfreundlicher werden. An den Bahnhöfen müssen Radstationen eingerichtet oder Fahrradboxen aufgestellt werden, die die Räder vor Sachbeschädigung und Diebstahl schützen.Dazu müssen Berlin, die Brandenburger Kommunen, die Bahn und der VBB besser zusammenarbeiten. Im Rahmen der Europäischen Woche der Mobilität ruft der ADFC Berlin deshalb zur Kreisfahrt-Demo auf: »Flexibel ans Ziel – mit Fahrrad, zu Fuß, mit Bahn & Bus!«
Die Grafik zeigt die bisher angemeldete Route. Startzeiten und Routenverlauf können sich noch ändern. Aktuelle Infos immer unter: Kreisfahrt 2015

 

Bezirkliches Umsetzungskonzept für Radverkehrsstrategie

Tempelhof-Schöneberg – Die ADFC-Stadtteilgruppen Tempelhof und Schöneberg haben zusammen mit dem BUND an einer Umsetzung der Berliner Radverkehrsstrategie (siehe auch S. 8/9) in ihrem Bezirk gearbeitet.
Das Konzept, an dem die Beteiligten mehr als ein Jahr tüftelten, benennt die lokalen Probleme, bewertet ihre Priorität und schlägt Lösungen vor. Es beziffert außerdem die Kosten, die der Bezirk aufbringen muss, um die Maßnahmen bis 2021 umzusetzen. Detailliert beschäftigt sich das Papier mit einem bereits von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) verabschiedeten Haupt- und Nebenroutenkonzept und schlägt einen Zeitplan für dessen Umsetzung vor. Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen kosten nicht viel. Sie müssen aber konsequent von den Behörden durchgesetzt werden, etwa wenn es darum geht, Bus- und Fahrradspuren von parkenden Autos freizuhalten. Nach der Verabschiedung durch den FahrRat Tempelhof-Schöneberg soll das Konzept in den Verkehrsausschuss und schließlich in die BVV eingebracht werden.
Das Umsetzungskonzept kann
online eingesehen werden unter:
bit.ly/1KUfFrA

Aus 5 mach 50

Kreuzberg – Geht doch! Am 16. Juli hat Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) auf dem Heinrichplatz fünf Pkw-Stellplätze in solche für Fahrräder umgewandelt und angekündigt, weitere Umwidmungen folgen zu lassen. Die Maßnahme ist auch eine Reaktion auf die hohe Nachfrage – oder um es anders auszudrücken – die chaotischen Zustände. In Friedrichshain-Kreuzberg ist das Fahrrad das häufigst genutzte Verkehrsmittel. Im Jahr 2008 wurden hier 32% aller Wege mit dem Rad zurückgelegt, dagegen ist der so genannte Motorisierungsgrad hier mit weniger als 20 Pkw pro 100 Einwohnern so gering wie fast nirgends sonst in der ganzen Republik. Vor zwei Jahren wurden in den Seitenstraßen der Friedrichstraße bereits Parkplätze zugunsten von Fahrradbügeln umgewandelt. Aus 41 Pkw-Plätzen wurden so 370 Fahrradstellplätze.
Dabei darf es nicht bleiben. In seinem Umsetzungskonzept fordert der ADFC Berlin, dass mittelfristig in dicht besiedelten Wohngebieten jeder 40. Pkw-Stellplatz fürs Fahrradparken umgewidmet werden soll.

Ein Hotel für Radler

Schöneberg – Ein stilisiertes Fahrrad ziert das kreisrunde Logo des Flottwell-Hotels am Gleisdreieck-Park. Eine klare Botschaft. Nicht nur, dass Radfahrer in dem jungen Bett+Bike-Betrieb geschützte Stellplätze für ihr Velo vorfinden. Berlin-Touristen können hier auch Fahrräder stunden- oder tageweise ausleihen. Von Trekking-Rädern über E-Bikes bis zu Christiania-Kindertransportern reicht die Palette der Mieträder für Hotelgäste, die auf zwei Rädern durch die Hauptstadt strampeln wollen. Dass das die beste Art ist, die Stadt zu erkunden, davon sind die drei Hotel-Besitzer überzeugt – alle drei kommen ohne Auto aus.
Auf Wunsch organisiert das Flottwell-Team Radtouren zu bekannten und weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Wer lieber auf eigene Faust losziehen möchte, bekommt an der Rezeption Fahrrad­karten und auch den einen oder anderen Tipp. Zudem steht der Hausmeister den Gästen bei kleinen Reparaturen mit Rat und Tat, Schraubenschlüssel und Kettenfett zur Seite. Und sind die Beine vom vielen Radeln mal müde, bestellen die Flottwell-Leute eine Fahrradrikscha, in der sich die Urlauber bequem durch die Stadt chauffieren lassen können.

Internet: www.flottwellhotel.de