Per Rad Steuern Sparen

 

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Darf auch etwas teurer sein: das Dienstrad

Audi A6, Mercedes S-Klasse und 5er BMw war gestern. heute fährt der Mitarbeiter, der auf sich hält – und von dem etwas gehalten wird – Dienstrad. Die Unternehmen unterstützen den Trend, schließlich spart ein Radfahrer ihnen Geld. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Seit Ende 2012 sind Diensträder den Dienstwagen gleichgestellt, was bei weitem noch nicht jeder Arbeitnehmer weiß. Zuvor durften Unternehmen ihren Mitarbeitern zwar bereits Diensträder zur Verfügungstellen – allerdings nur für Geschäftsfahrten. Den Weg nach Hause durfte das Gefährt nicht mit antreten. Die neue Chance zum Dienstrad nutzen inzwischen diverse Großkonzerne von Allianz über Telekom bis Bayer. Zwangsweise entscheiden zwischen Dienstrad und -auto muss sich niemand, solange der Arbeitgeber beide Varianten finanziell unterstützt.

Wer als normaler Angestellter bislang keine Chance sah, an ein teures Pedelec oder Carbonrennrad heranzukommen, dem kann die neue Regelung nun eine Tür öffnen: So werden bei der Dienstradregelung zum einen dem Arbeitgeber meist bei den Fahrradvertrieben Sonderkonditionen gewährt. Zum anderen werden dem Mitarbeiter, so er einen Leasingvertrag wählt, die Raten für die Räder direkt von seinem Bruttoeinkommenabgezogen. Somit werden weniger Steuern und Sozialabgaben auf das verbliebene Gehalt fällig.

Lediglich die Ein-Prozent-Regelung muss mit einkalkuliert werden: Ihr entsprechend muss allmonatlich ein Prozent des Fahrrad-Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Auf der anderen Seite kann ein Dienstradfahrer pauschal 0,30 Cent pro Kilometer seines Weges zur Arbeit in der Steuererklärung geltend machen. Nach drei Jahren kann das Leasingrad entweder für zehn Prozent des ursprünglichen Listenpreises übernommen werden – oder ein weiteres Rad geleast werden. Zusammengerechnet kann ein Angestellter etwa 30 bis 50 Prozent beim Kauf eines Rades sparen, wenn er die Dienstrad-Variante wählt. Das Dienstrad lohnt sich!

Beispiel: Ein Angestellter mit einem Brutt ogehalt von 3.000 € sucht sich ein Rad für 2.000 € aus. 65 € werden von seinem Gehalt monatlich für Leasingrate und Versicherung abgezogen. 2935 € plus 20 € geldwerter Vorteil verbleiben. Das versteuerbare Einkommen beträgt also nur 2955 €. Somit zahlt er 22 € weniger Steuern und Sozialabgaben als auf das Ursprungsgehalt. Die realen Kosten des Radleasings betragen für ihn also lediglich 43 €. In drei Jahren sind das 1.548 €. Rechnet man nun die 200 € Restwert hinzu, erhält der Arbeitnehmer ein Rad im Wert von 2.000 € für 1.748 € und genoss zusätzlich noch Versicherungsschutz, der ihm drei Jahre lang alle Verschleißteile und Reparaturen ersetzte. Und auch der Arbeitgeber hat gespart: 300 € Sozialabgaben.


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