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IHK Berlin und ADFC Berlin vereinbaren gemeinsame Ziele

Stadtteilgruppe XHain demonstriert für breite Radfahrstreifen

Leihräder: Nextbike und Call-a-bike in Konkurrenz

IHK Berlin und ADFC Berlin vereinbaren gemeinsame Ziele

Die Industrie- und Handelskammer Berlin und der ADFC Berlin haben gemeinsame Ziele zur Förderung des Radverkehrs beschlossen. Beide Organisationen wollen sich in Zukunft vereint dafür einsetzen, das Laden und Liefern auf Radverkehrsanlagen zu unterbinden. Instrumente dafür sollen ausreichend viele Ladezonen und ein verbessertes Parkraummanagement in Geschäftsstraßen sein. Zugleich soll der Wirtschaftsverkehr auf Lastenrädern gefördert werden. Als Problem sehen beide Organisationen außerdem oft unzureichende Abstellanlagen in Geschäftsstraßen. Sie wollen sowohl bei der Politik als auch unter den Gewerbetreibenden dafür werben, mehr Fahrradbügel einzurichten. In Betrieben soll der Radverkehrsförderung stärker ins Mobilitätsmanagement einfließen. Dazu gehört auch die stärkere Werbung für Dienstfahrräder anstatt motorisierter Dienstfahrzeuge. Die vollständige Pressemitteilung vom
4.4.2017 finden Sie unter: adfc-berlin.de/ueber-uns/pressemitteilungen.html

Stadtteilgruppe XHain demonstriert für breite Radfahrstreifen

 

Mit einem roten Teppich symbolisieren Demonstranten den geforderten Radfahrstreifen an der Gitschiner Straße. Foto: Evan Vosberg

Am 21. März demonstrierte die ADFCStadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg mit zahlreichen Unterstützern an der Gitischiner Straße für ausreichend breite und geschützte Radfahrstreifen. Hintergrund ist eine mittlerweile 13 Jahre alte Planung, an der vielbefahrenen Straße lediglich 1,50 Meter breite Schutzstreifen mit gestrichelter Linie anzulegen. Laut dieser Planung, deren Umsetzung nun beginnt, soll der motorisierte Verkehr noch mehr Straßenraum erhalten als bisher: Aus vier Fahrstreifen und zwei Parkstreifen würden fünf Fahrspuren und zwei Parkstreifen. Für den fünften Fahrstreifen und kostenlose Parkplätze würde die Fläche unter dem UBahn- Viadukt aufwändig verbreitert. Der geplante Schutzstreifen dagegen wäre nicht einmal breit genug zum gegenseitigen Überholen. Auch würde er Radfahrern nach Ansicht der Stadtteilgruppe kein angenehmes und sicheres Gefühl vermitteln, weil Kfz mit 50 km/h und mehr ohne viel Abstand an ihnen vorbeifahren würden, darunter viel Schwerlastverkehr. Evan Vosberg, Landesvorstand und Mitglied der Stadtteilgruppe: »Die aktuelle Fahrbahn der Gitschiner Straße ist ausreichend breit. Hier kann ganz nach den Leitlinien des ADFC ein geschützter Radfahrstreifen angelegt werden, der physisch getrennt vom Kfz-Verkehr verläuft und breit genug zum gegenseitigen Überholen ist.«

Leihräder: Nextbike und Call-a-Bike in Konkurrenz

Blau oder grün? Der Fahrgast hat jetzt in Berlin die Wahl, denn gleich zwei große Leihradsysteme sind im Frühjahr neu gestartet. Im Jahr 2002 wurde erstmals ein Leihradsystem in Berlin aufgebaut. Als Pilotprojekt wurde die DB-Tochter Call-a-Bike mit Mitteln des Bundesverkehrsministeriums unterstützt. Später hat das Land Berlin die Betriebskosten übernommen. Genauso wie andere Verkehrsmittel des ÖPNV tragen sich Leihradsysteme in der Regel nicht selber und werden mit Steuermitteln bezuschusst. Für die erneute Ausschreibung
des Landes Berlin bekam Ende 2016 das internationale Bikesharing-Unternehmen Nextbike den Zuschlag, die Deutsche Bahn verlor. Umso überraschender ging die Bahn noch vor Nextbike mit einer Neuauflage ihres Systems an den Start. Mit Hilfe des Sponsors LIDL konnte sie 3.500 grüne Lidl-Bikes innerhalb des S-Bahn- Rings verteilen. Ab Anfang Mai sind nun auch rund 2.000 Nextbike-Mietfahrräder auf den hauptstädtischen Straßen verfügbar, bis 2018 sollen es über 5.000 sein, die auch außerhalb des Rings verfügbar sind. Konkurrenz belebt das Geschäft, könnte man meinen. Für die Nutzer ist das große Angebot von Fahrrädern sicherlich begrüßenswert. Der feine Unterschied ist, dass Nextbike jährlich mit bis zu 1,5 Mio. Euro öffentlich gefördert wird, während die Bahn ihre Räder als praktische, mobile Werbeflächen für den genannten Discounter im öffentlichen Raum verteilt. Ob sich dieses Betriebsmodell als tragfähig erweist, ist fraglich. Denn für Werbung im öffentlichen Raum muss in der Regel eine Sondernutzung beantragt und eine entsprechende Gebühr gezahlt werden. Sollten die Bezirke demnächst diese Gebühren von der Bahn einfordern, kann das LIDL-Bike schnell unrentabel werden, zumal man sich die Kundschaft ja mit Nextbike teilen muss.

Am 5. Mai startete Nextbike in Berlin. Bis Ende nächsten Jahres sollen 5000 der blauen Räder in der Stadt verfügbar sein. Foto: Nextbike

Ob Nextbike oder Call-a-Bike – beide Anbieter erlauben die Rückgabe der Räder in festgelegten Zonen oder gegen einen Aufpreis von 50 Cent überall in Berlin. Dieser Modus könnte sich bei Nextbike nochmal ändern, wenn nach 2018 alle festen Stationen stehen. ADFC-Mitglieder erhalten den RadCard-Tarif von Nextbike für 39 Euro statt 48 Euro Grundgebühr. Wählen Sie dafür bei der Online-Registrierung unter www.nextbike.de im Feld »Partner « den ADFC aus und halten Sie Ihre Mitgliedsnummer bereit. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der radzeit einen Nutzervergleich beider Anbieter.