Kein Durchkommen am Busknoten Spandau

Bushaltestelle (1)

Zwischen Wartehäuschen und Bushaltestelle bleibt Radfahrern vor dem Rathaus Spandau nur ein Meter Platz, Fußgänger müssen mit 85 Zentimetern vorlieb nehmen. Foto: Christoph Grabka

Spandau – Sich zwischen Fußgängern hindurchschlängeln – das müssen Radfahrer auch am Bahnhof Spandau in Kauf nehmen. Besonders eine Engstelle auf dem Rathausvorplatz in Richtung Falkenseer Platz – zwischen U-Bahn-Aufgang und Bushaltestelle – ist der ADFC-Stadtteil-gruppe ein Dorn im Auge. VON CLAUDIA LIPPERT


„Da muss schnell Abhilfe geschaffen werden“, fordert ihr Sprecher Christoph Grabka, gleichzeitig Sprecher des im Sommer 2014 gegründeten Spandauer FahrRats, in dem neben dem ADFC auch Vertreter des BUND, der Parteien und des Bezirksamtes sitzen. Das Problem: der Unterstand an der Bushaltestelle.

Der ragt mit seiner Glaswand so weit in den Gehweg hinein, dass den Fußgängern gerade mal 85 Zentimeter bleiben. Direkt daneben schließt sich der einen Meter breite Radweg an. Dass Fußgänger gern mal darauf ausweichen, ist angesichts der Enge nicht verwunderlich. Schlimmer aber, wenn der Bus kommt und Fußgänger aus dem Wartehäuschen über Fuß- und Radweg hinweg zum Bus strömen. „Weil die Rückwand des Bus-Wartehäuschens nicht durchsichtig ist, erkennt man kreuzende Fußgänger erst in dem Moment, in dem sie auf den Radweg treten“, beklagt Grabka. Aus seiner Sicht hilft nur eines: „Das Häuschen muss weg.“ Dass er sich mit dieser Forderung „in einen Zielkonflikt zwischen Fußgängern und Radlern“ begibt, ist ihm bewusst. Deswegen hat er dem Bezirk bereits vorgeschlagen, die Busspur auf Dauer zu verschwenken. Derzeit existieren vor Ort zwei Busspuren – eine zum Halten, eine zum Ausscheren, es folgen drei Fahrspuren für den Autoverkehr. „Davon könnte man eine wegnehmen“, so Grabka. Dass dies „eine eher langfristige Vision“ ist, weiß er. „Aber man könnte es bei der nächsten Fahrbahnsanierung mit bedenken.“ Grabkas Hoffnung: „dass zumindest ein Denkprozess eingesetzt hat“. Parallel werde man in der Stadtteilgruppe und im FahrRat überlegen, wie Alternativrouten für Radler attraktiver gemacht werden könnten.