Fahrradkonzert verbindet Musik und Sport

Beim Potsdamer Fahrradkonzert am 11. Juni hat die Zahl sieben besondere Bedeutung: Zum siebten Mal steigt das sportlich- kulturelle Event im Rahmen der Potsdamer Musikfestspiele. Und die längere der beiden Touren führt an sieben Seen und sieben Kirchen vorbei. VON KATRIN STARKEAndrea Palent (60) ist begeisterte Radfahrerin. Und als Chefin der Musikfestspiele Potsdam will sie natürlich, dass die Besucher der traditionsreichen Konzertreihe möglichst viel Kultur erleben. Das brachte sie auf die Idee, eine musikalische Tour für Fahrradfahrer zu konzipieren: eine landschaftlich reizvolle Strecke radeln, dann bei ein bisschen klassischer Musik pausieren, sich anschließend wieder auf den Sattel schwingen und bis zum nächsten Konzertstopp ein ums andere Mal erneut kräftig in die Pedale treten. 2010 ging sie mit dem ersten Fahrradkonzert an den Start. „Damals hatte ich die Veranstaltung zunächst für 100 Fahrräder konzipiert“, erzählt sie. Doch ein Ensemble, das sie seinerzeit für eine der Konzertstationen am Wegesrand verpflichtete, riet ihr, doch besser auf 1.000 Radler zu orientieren. »Ich hätte nie gedacht, dass das funktionieren könnte«, sagt Andrea Palent. Mittlerweile zieht die Veranstaltung 1.500 musikbegeisterte Radler an – und Palent könnte locker noch mehr Tickets verkaufen. Will sie aber nicht, »damit es nicht zu wuselig wird«.

Feuer, Wasser, Erde, Luft

24 Konzerte, Führungen und Besichtigungen an 20 Orten stehen diesmal auf dem Programm des Fahrradkonzerts. Das orientiert sich – was Streckenführung als auch musikalische Einlagen anbetrifft – ganz am Motto der Musikfestspiele: Feuer, Wasser, Erde, Luft. »Bei dieser Tour sind alle Besucher ganz in ihrem Element«, ist Palent überzeugt. Die im Unterschied zu den Vorjahren die Radrouten nicht selbst konzipiert hat: »Die 2017er-Tour haben Sie meinem Mann zu verdanken«, sagt sie mit einem Lachen.

Andrea Palent ist Chefin des Nikolaisaals Potsdam und zugleich Geschäftsführerin und musikalische Leiterin der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. Foto: Musikfestspiele Potsdam / Stefan Gloede

Zwei Routen sind geplant, die längere 33, die kürzere 24 Kilometer lang. Auf der kleineren Tour (für Familien gibt es noch eine Abkürzung auf 15 Kilometer) fahren die Radler vom Potsdamer
Luisenplatz zur historischen Stadtmitte und dann immer am Ufer der Havel entlang: von Hermannswerder über Caputh nach Alt-Geltow und über die Pirschheide zurück. Die sportlichere Tour führt durch den Park Sanssouci zur Golmer Kirche, am Großen Zernsee vorbei nach Werder, weiter zur Kirche und Ziegel-Manufaktur in Glindow und von dort am Ufer der Havel- Seen zurück nach Potsdam – zum Abschlusskonzert im Nikolaisaal. Für Kurzweil sorgen unterwegs unter anderem klingende Steine und Trompeten aus Glas. Für Rad-Fans sicher das Highlight: Viki Gómez, BMX-Weltmeister von 2016, performt am Bahnhof Pirschheide Ravels Streichquartett.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Fahrradpreis

Gestartet werden kann zwischen 9.30 und 11 Uhr. Denn Andrea Palent weiß: »Radler fahren lieber individuell.« Ihr Tipp: »Lieber später starten, dann ist das Feld aufgelockerter. Denn die meisten kommen gleich früh.« Für das Fahrradkonzert ist Palent bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Mit dem größten Stolz erfüllt sie der Deutsche Fahrradpreis, »weil die private Fahrradwirtschaft mit den Musikfestspielen erstmals ein kulturelles Projekt ausgezeichnet hat«. Längst haben sich andere Veranstalter das Erfolgskonzept abgeschaut: aus dem belgischen Brügge, aus Cottbus und – ungefragt – aus Schwerin. Palent zuckt nur mit den Schultern: »Wir sind und bleiben das Original.«

www.musikfeststpiele-potsdam.de
www.fahrradkonzert.de
Karten und Infos: 0331 28 888 28
Preis: 25 Euro (inkl. Kinder bis 10 Jahre), 15 Euro für junge Leute zwischen
11 und 25 Jahren.
Es gibt nur noch Restkarten. Diese können ab zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn
telefonisch erfragt werden.