Fahrrad-Monitor

BirgittaWorringenRadverkehrsbeauftragteDesBMVI

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des BMVI

Wer fährt wo gerne Rad? Was wäre an weiterer Infrastruktur wünschenswert? Und welche Fahrradtypen sind überhaupt unterwegs? Zum dritten Mal wurde seit 2009 im vergangenen Jahr deutschlandweit eine repräsentative Studie rund ums Radfahren durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierten der ADFC, das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das beauftragte SINUS-Institut im März. TEXT UND FOTO VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Zunächst die gute Nachricht: Rund zweieinhalb Fahrräder stehen jedem deutschen Haushalt im Durchschnitt statistisch zur Verfügung. Damit liegt das Rad deutlich vor dem Auto (1,8) oder Motorrad (0,1) an erster Stelle. Auch die Gründe, die zum Fahrradfahren motivieren, klingen erfrischend: Ganz vorne liegt schlicht der „Spaß“ neben „Gesundheit“, den niedrigen Kosten und guten Parkmöglichkeiten. Insgesamt, so Brigitta Worringen bei ihrem einleitenden Grußwort zur Präsentation, klänge eine Aufzählung der Vorteile des Radfahrens wie die Einleitung zu einem Apothekenrundschau-Artikel. Dass Radfahren Gesundheit und Umwelt schütze, so die Radverkehrsbeauftragte des BMVI, sei indes zumindest allen Anwesenden bekannt – wichtig wären die Ergebnisse der Umfrage deshalb in erster Linie für politische Entscheidungsträger in Bundesregierung und Kommunen.

Denn deren Engagement hinkt den Wünschen der Bevölkerung bislang hinterher: Die mäßige Note 3,7 für die Einschätzung der Arbeit der Bundesregierung im Bereich Radverkehrspolitik sollte die Regierung denn auch laut Instituts-Leiter Manfred Tautscher als Motivation verstehen, noch mehr zu erreichen. In welchen Bereichen es derzeit nach Meinung der Studienteilnehmer noch hakt, dürfte den geneigten Radfahrer wenig überraschen: Mehr und besser beleuchtete Radwege und -spuren werden gefordert, der Belag der bereits bestehenden Anlagen wird oftmals als verbesserungswürdig wahrgenommen und schließlich mangelt es vor allem an Abstellanlagen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese neuen Zahlen des Monitors, der erstmals im Herbst erhoben wurde und damit deutlich macht, dass in Deutschland auch jenseits sonniger Sommertage das Rad als Verkehrsmittel genutzt wird, von der Politik als Arbeitsauftrag wahr- und ernstgenommen wird. Schließlich lässt sich nirgends für so wenig Geld so viel für Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität erreichen wie durch Investitionen in den Radverkehr. Die genauen Ergebnisse des Fahrradmonitors lassen sich auf der Seite des ADFC-Bundesverbandes herunterladen.
adfc.de/monitor