Kategorie-Archiv: radzeit 3/2014

Voll-Zug

ZugVoll

Rückfahrt per Rad

Wer sich mehr Sicherheit auf den Bahnsteigen wünscht, sollte einfach eine Fahrradaktion ankündigen: An jedem Berliner Halt des RE2 Richtung Cottbus standen am 10. März Polizisten und schauten, ob es sich rund um die ADFC-Aktion auch nicht zu Turbulenzen auswüchse. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Auch die ODEG selbst war ausnahmsweise mit gleich drei Zugbegleitern unterwegs. Diese erklärten den Zusteigenden nicht etwa, dass sie am besten zu Hause bleiben sollten, sondern zeigten, wo sie mit ihren Rädern noch den besten Stellplatz fanden. Und so verlief die wilde Massenausfahrt denn auch entspannt und reibungslos.

Weiterlesen

Schraube sitzt fest

Schraubentext IMG_1568

Unpraktisch: Rad ab Foto: Kerstin E. Finkelstein

In Berlin werden längst nicht mehr nur ganze Fahrräder gestohlen, oftmals tut es auch ein  Teil. Ein schöner Ledersattel etwa, eine teure Schaltung oder das Vorderrad, lassen manchen Dieb beschließen, dass sich hier das Werkzeug anlegen lohnt. Beim Besitzer zurück bleibt der doppelte Ärger: bestohlen worden zu sein und meist auch noch auf dem Schaden sitzen zu bleiben. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Dem wirft sich jetzt die Firma Sphyke C3N entgegen: „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber es davor retten, auseinander genommen zu werden.“ In seinem früheren Job entwickelte Teamgründer Ian Berell Medizintechnik, mit C3N ist es nun eine Radinnovation. Die Grundidee des Berliner Australiers ist dabei denkbar einfach: Eine Radmutter, die nach dem Prinzip eines Zahlenschlosses funktioniert.

Weiterlesen

Rhein niederländisch

DSCN2495_500x375px

Die Schleusen- und Stauwehranlage Amerongen.

Manche Väter haben viele Kinder. Väterchen Rhein zum Beispiel. Der verlässt Deutschland kurz hinter Kleve kommentarlos, um einfach weiter durch die Niederlande zu fließen. Nur seinen Namen wirft unser Vater im Grenzbereich ab, spaltet sich in ein breites Delta und wird fortan „Nederrijn“, „Lek“ und „Waal“ genannt – und sorgt für wunderschöne Radfahrstrecken. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Eigentlich ungerecht, möchte man meinen. Die Niederländer sind ja ohnehin schon bekannt für kompetente Verkehrspolitik: Während hierzulande noch darüber diskutiert wird, ob die städtische Infrastruktur wohl zusammenbricht, wenn man einen Parkplatz zum Stellplatz für sechs Fahrräder umwidmet, legen die Niederländer Radschnellwege, Radparkhäuser und grüne Radwellen an.

Weiterlesen

Rechts-Beistand

CHain„Setzen Sie sich mit meinem Anwalt in Verbindung“ lautet ein Standardsatz im TV-Krimi.Zum Glück brauchen im wirklichen Leben die wenigsten Menschen einen eigenen Juristen. Manchmal jedoch ist auch für Radfahrer ein tiefer Blick in Paragrafen und Verordnungen unverzichtbar: Für ADFC-Mitglieder stellen deshalb die Rechtsanwälte Martin Karnetzki und Cornelia Hain ihr Wissen zur Verfügung. Mit der Juristin sprach KERSTIN E. FINKELSTEIN

Weiterlesen

Alles, was Recht ist

„Radfahrer halten sich nicht an die Regeln,“ spricht der Stammtisch – und weiß dabei oft
nicht einmal, wie diese eigentlich lauten. Hier werden ein paar verbreitete Irrtümer zusammengetragen und richtig gestellt. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN Weiterlesen

Fahrrad-Monitor

BirgittaWorringenRadverkehrsbeauftragteDesBMVI

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des BMVI

Wer fährt wo gerne Rad? Was wäre an weiterer Infrastruktur wünschenswert? Und welche Fahrradtypen sind überhaupt unterwegs? Zum dritten Mal wurde seit 2009 im vergangenen Jahr deutschlandweit eine repräsentative Studie rund ums Radfahren durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierten der ADFC, das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das beauftragte SINUS-Institut im März. TEXT UND FOTO VON KERSTIN E. FINKELSTEIN
Weiterlesen

Untoter Winkel

Es geistert ein Gespenst durch den deutschen Verkehr: Der so genannte „tote Winkel“. Halbe Schulklassen sollen sich verstecken lassen in diesem Bermudadreieck rechts der Beifahrertür jedes Lkw. „Und tatsächlich führt die Fuhrgewerbe-Innung auch immer noch solche Vorstellungen an Schulen durch“, berichtet Daniel Pepper. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN
Weiterlesen

Polizei-Bilanz

Schildrechtsabbiegerachten

Hinweistafel an der Kantstraße

Radverkehr in Berlin nimmt zu – und wird sicherer. Das waren die Kernaussagen der Jahrespressekonferenz der Polizei Berlin. Inzwischen werden schon 15 Prozent der Wege in Deutschlands Hauptstadt mit dem Rad zurückgelegt, was einer Steigerung um immerhin zwei Prozentpunkte im Gegensatz zum Vorjahr entspricht. Umso erfreulicher stellt sich der gleichzeitige Rückgang der tödlich verunglückten Radfahrer da. Waren 2012 noch 15 Radfahrer in Berlin zu Tode gekommen, waren dies 2013 „nur“ neun. Auch die Anzahl der schwer verletzten Radfahrer nahm ab (580 gegenüber 628 im Vorjahr), ebenso wie jene der leicht verletzten (4.307 gegenüber 4.533). TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Weiterlesen

Wegeheld3

Der Wegeheld Heinrich Stößenreuther

Falschparken scheint keine große Sache: Ist kein Parkplatz zu finden, stellt der gemeine städtische Autofahrer sein Auto einfach irgendwo anders ab. Während er selbst alsdann entspannt zum Einkauf oder Kneipenbummel aufbricht, erzeugt sein Fahrzeug Probleme: Auf der Radspur postiert, zwingt es etwa Radfahrer zum gefährlichen Ausweichen; auf dem Bürgersteig geparkt, grenzt er Fußgänger ein; und vor abgesenkten Bordsteinen lässt er den Gehweg zur unentrinnbaren Falle für Rollstuhlfahrer werden. TEXT UND FOTO VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Während andere Verkehrsteilnehmer durch diese Park-and-block Methode eingeschränkt oder gar gefährdet werden, darf der Kfz-Lenker davon ausgehen, dass er nicht einmal die ohnehin überschaubaren Falschparkergebühren zu zahlen hat. Schließlich ist die Chance, dass gerade hier und jetzt eine Ordnungsamtstreife vorbeizieht, gering. Bei Fußgängern, Rollstuhlfahrern und Radfahrern hingegen herrscht Ohnmacht.

Weiterlesen

Radkulturschock

2014-04-30_Radzeit 03_Seite_17_Bild_0001 Seit vier Jahren lebt Marco Martinez Rivas in Berlin und erinnert sich noch gut an seinen ersten Polizeikontakt. „Das war ein Kulturschock: Ein Polizist stand da mit ausgestrecktem Arm und wollte mein Rad kontrollieren.“ TEXT VON KERSTIN E. FINKELSTEIN, FOTOS VON MARCO MARTINEZ RIVAS. Weiterlesen