Berlin plant erste geschützte Radstreifen

In mehreren Bezirken sollen baulich getrennte Radstreifen angelegt werden.
Konkret werden die Pläne bislang nur in Neukölln.

Der erste geschützte Radfahrstreifen Berlins, sieht man von wenigen Ausnahmefällen, wie z. B. der Straße des 17. Juni ab, wird aller Voraussicht nach auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln gebaut. Zwischen Weichselstraße und Hermannplatz soll in beide Richtungen ein 2,25 Meter breiter Radfahrstreifen angelegt werden, der teilweise durch eine etwa ein Meter breite Pufferzone von der Fahrbahn getrennt wird. Physische Barrieren sollen auf diesen Abschnitten verhindern, dass Autos auf ihm parken oder ihn befahren. Teilweise wird es zwischen Radfahrstreifen und Fahrbahn Platz für Parkplätze oder Ladezonen geben. Ursprünglich sollte auf der genannten Strecke nur ein Schutzstreifen entstehen, wie bereits auf dem südlichen Teilstück der Karl-Marx-Straße. Autos dürfen dessen gestrichelte Linie überfahren und auf ihm halten. Ein Sprecher der Senatsverwaltung lobte die Zusammenarbeit zwischen Senat und dem Bezirk Neukölln. Die Abstimmung zwischen Senat und Bezirken führte in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen und Verzögerungen bei Baumaßnahmen.

Ausschnitt aus dem Bebauungsplan: Auf diesem Teilstück sind nördlich eine bauliche Trennung sowie ein Streifen zum Halten oder Parken vorgesehen. Auf der südlichen Seite ist auf diesem Abschnitt keine bauliche Trennung vorgesehen. © SenUVK

Beschlüsse auch in Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof:

Auf dem Tempelhofer Damm sollen im Rahmen eines Verkehrsversuches sichere Radverkehrsanlagen in beiden Richtungenzwischen Alt-Tempelhof und Ullsteinstraße angelegt werden. Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im September dieses Jahres. Der Verkehrsversuch soll möglichst bald beginnen und über mehrere Jahre bis spätestens zur kompletten Neugestaltung des Tempelhofer und Mariendorfer Damms (ca. 2025) reichen. Das Vorhaben soll wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden.

Der Tempelhofer Damm verfügt derzeit über keine Radverkehrsanlagen. Radfahrende können die Strecke auch nicht umfahren, ohne massive Umwege in Kauf zu nehmen. In Friedrichshain-Kreuzberg fiel bereits letztes Jahr die Entscheidung für einen geschützten Radstreifen auf der Frankfurter Allee, im Mai dieses Jahres beschloss die BVV die Einrichtung geschützter Radstreifen auf dem Kottbusser Damm. BVV-Beschlüsse bedeuten jedoch nicht den Start der Planung, sondern stellen einen Auftrag an das Bezirksamt dar. Die Umsetzung lässt oft lange auf sich warten. Neukölln macht vor, wie schnell es gehen kann. Weite Teile des Kottbusser Damms dagegen wurden kürzlich saniert – ohne dort Radstreifen anzulegen.