Archiv für den Autor: Simikka Hansen

Der Bahn-Tag eines ADFC-Tourenleiters

Burghard Gebauer

Stahlross oder Drahtesel, das ist hier die Frage. ADFC-Tourenleiter Burghard gebauer in der Kunstschmiede in Blankenfelde.

VON BURGHARD GEBAUER

Es ist 9:00 Uhr, wir stehen im Bahnhof Friedrichstraße. Rund zwanzig Personen sind gekommen, um bei meiner Tour mitzufahren. Wir müssen den Zug nach Fürstenwalde erreichen, aber vorher ist noch die richtige Anzahl an Fahrradkarten zu lösen. Aber welche bloß? Ein Thema, das stundenlange Bahnfahrten kurzweilig halten kann. Ist das Ticket der DB richtig oder muss es vom VBB sein? Einwegkarte oder die Tageskarte? Wo fi ndet man die Radkarten im Menü der verschiedenen Automaten? Welche Fahrradkarte ist zusammen mit welchem Personen-Ticket gültig und in welchem Bereich? Fragen über Fragen und wenn dann der Zugbegleiter bemängelt, dass man leider das falsche Ticket erwischt hat, wird dies gelegentlich mit kryptischen Ausdrücken wie „ausbrechendem Verkehr“ begründet. Ich habe inzwischen die Erfahrung gemacht, dass unter den Zugbegleitern jeder so seine eigene Meinung zum Thema Tarifdschungel hat – und man mit ihnen auch trefflich darüber philosophieren kann.

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Fahrradmitnahme – Mehr geht nicht?

Vorbildlich: Die Doppelstockzüge auf dem RE3 und 5 verfügen jetzt über einen sog. »Fahrradwaggon«, der im Untergeschoss durchgängig  Mehrzweckabteil ist und auf einer Seite keine Klappsitze mehr hat, sodass schon viel Konfliktpotential entfällt. Statt der sperrigen Haltestangen gibt es nun einen Anlehnbügel unter dem Fenster, an dem man das Fahrrad mit Spanngummis ordentlich befestigen kann.  Foto: Burghard Gebauer

Vorbildlich: Die Doppelstockzüge auf dem RE3 und 5 verfügen jetzt über einen sog. »Fahrradwaggon«, der im Untergeschoss durchgängig Mehrzweckabteil ist und auf einer Seite keine Klappsitze mehr hat, sodass schon viel Konfliktpotential entfällt. Statt der sperrigen Haltestangen gibt es nun einen Anlehnbügel unter dem Fenster, an dem man das Fahrrad mit Spanngummis ordentlich befestigen kann. Foto: Burghard Gebauer

Immer mehr Menschen suchen Erholung bei einer Radtour durch die Mark und nutzen sinnvollerweise die Bahn als Zubringer. Doch der Platz reicht nicht. Und bei Streckenvollsperrungen gibt es im Ersatzverkehr keine Fahrradmitnahme. Das kann so nicht bleiben. VON PHILIPP POLL

Sanierungen im Bahnnetz haben etwas mit Zahnarzt-Terminen gemein. Kein Patient legt sich gerne unter den Bohrer, aber am Ende hat man keine Wahl. Es muss gemacht werden. Nur bei der Frage wie, also ob mit oder ohne Narkose, hat man noch einen Entscheidungsspielraum. Die Lösung mit Narkose ist im Sanierungsfall Schiene der Pendelverkehr, der ohne Narkose, das ist der Schienenersatzverkehr mit Bussen (SEV). Was für Fahrgäste, die nur mit normalem Gepäck reisen, lediglich mit Unannehmlichkeiten und Reisezeitverlusten verbunden ist, trifft den Reiseradler außerordentlich. Weiterlesen

Yoga on Tour

Yoga on Tour

Radfahren und Yoga am See. Foto: Hannelore Lingen

Unserer modernen, automatisierten Dienstleistungswelt verdanken wir neben ihren Annehmlichkeiten leider auch den akuten Bewegungsmangel. Haltungsschäden, Rückenschmerzen und Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sind die Folge der Büroarbeit des Homo computerus. VON PHILIPP POLL

Radfahren ist ein guter Ausgleich, bringt den Kreislauf auf Touren und trainiert die Muskelpartien vor allem in Beinen und Po. Für Nacken- und Schulterpartie, aber auch den Rücken- und Beckenbereich bietet das Radfahren aber keinen echten Bewegungsausgleich.

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Seit 25 Jahren „immer an der Wand lang“

Grenzwegmarkierung Checkpoint

ADFC-Aktive pinseln am Checkpoint Charlie Fahrradpiktogramme auf die Fahrbahn Foto: Axel von Blomberg

Am 9. November 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Zeit für einen Rückblick aus der Radfahrer-Perspektive. VON PHILIPP POLL

Seit seiner Gründung 1983 kümmert sich der ADFC Berlin vorrangig um die Themen Verkehrssicherheit, die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur und die Fahrradmitnahme in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber in den Anfangsjahren bestimmt auch der Fahrrad-Transit nach „Westdeutschland“ und die Einreise in die DDR per Fahrrad die Arbeit des Berliner ADFC. Seit dem Viermächteabkommen 1971 können West-Berliner mit dem Auto oder der Bahn nach Ost-Berlin einreisen oder ins Umland hinausfahren. Weiterlesen

Warm im Winter

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Women‘s Homy Padded Jacket – black für 180 Euro Women‘s Homy Rainpants – black für 100 Euro BaaBaa Merino Winter Socken von Endura für 13,99 Euro

Radfahren im Winter, dabei gut aussehen und trotzdem warm und trocken sein? Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal! Wir wollen sie umsetzen. Und haben uns deshalb ein wenig umgeschaut. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Während es im Sommer ausreicht, möglichst wenig anzuziehen, rufen Regen und Winter schon nach etwas mehr Aufwand, so man ohne Auflösungserscheinungen am Ziel ankommen will. Glücklicherweise hat sich der Markt für Radmode in den vergangenen Jahren entwickelt, weshalb sich niemand mehr, wie Ötzi in Felle gehüllt, auf den Weg machen muss.

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Radschau

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Aufgehängte Radgeschichte

Über 100 Fahrrad-Ikonen auf 600 Quadratmetern – das bietet derzeit eine Ausstellung in Hamburgs Museum der Arbeit. „Das Fahrrad“ heißt die Schau und zeigt gleich am Eingang einen Höhepunkt der Mobilitätskunst: Golden glänzt „Ferdinand GT3“ – und vermittelt zunächst den Eindruck, im falschen Raum gelandet zu sein. Denn das von Johannes Langeder konstruierte Rad für zwei ist äußerlich eine Kopie des Porsche 911 GT3 RS. Über original Bauteile oder gar einen Motor verfügt das straßentaugliche Modell jedoch nicht und nennt sich deshalb auch zu recht „der langsamste Porsche der Welt“. Es wäre bestimmt ein Erlebnis, damit einmal eine Runde durch Berlin zu kurven! VON UND FOTOS KERSTIN E. FINEKLSTEIN Weiterlesen

Gerüstete Radler

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Ritzel zu Schwertern – Roland, die Battlefee: Mit der Lanze den Schild treten, aber dem alsdann umschlagenden „alten Sack“ ausweichen.

Anfang Oktober trafen sich die Ritter des Rades, um ihren neuen König auszufechten. Zum dritten Mal hatten sich dazu Mannschaften aus dem gesamten Norden der Republik auf dem Sportplatz Kynaststraße eingefunden und schlugen hier ihre Zelte zum Gelage auf. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Initiiert und abgehalten wurde das Hauen und Stechen von den Herren aus der Jägerklause, einem berühmten Berliner Radenthusiastentreff in Friedrichshains Grünbergstraße.

 

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Spreeradweg – Spatenstich

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Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte und Ulrich Thom vom ADFC beim Spatenstich

Im September ging es los mit dem Bauen: Startend an der Charlottenburger Brücke entsteht eine Teilstrecke des Spreeradweges. Auf über 400 Kilometern verläuft der Fluss von den Quellen in der Oberlausitz bis zu seiner Mündung in die Havel in Berlin-Spandau – und kann auf seiner Tour durchgängig per Rad begleitet werden. Wobei nicht alle Abschnitte danach rufen, ein ADFC Gütesiegel zu bekommen. Zumindest zwischen Charlottenburger Brücke und Dovebrücke soll das jetzt anders werden. Ein glatter Belag wird künftig den Radfahrer vor tiefen Pfützen schützen – und so genannte Aufmerksamkeitsschwellen den Fußgänger vor dem Radfahrer. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

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Glosse – Gefühlte Zahlen

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Im September las ich im Newsletter des Statistischen Bundesamtes die Zahl des Monats: Ganze 166.700 Personen wurden 2012 republikweit wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt. Das entspricht immerhin einem Fünftel aller überhaupt in Deutschland aufgeklärten und gerichtsfest gemachten Verbrechen.
VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

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Voll-Zug

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Rückfahrt per Rad

Wer sich mehr Sicherheit auf den Bahnsteigen wünscht, sollte einfach eine Fahrradaktion ankündigen: An jedem Berliner Halt des RE2 Richtung Cottbus standen am 10. März Polizisten und schauten, ob es sich rund um die ADFC-Aktion auch nicht zu Turbulenzen auswüchse. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Auch die ODEG selbst war ausnahmsweise mit gleich drei Zugbegleitern unterwegs. Diese erklärten den Zusteigenden nicht etwa, dass sie am besten zu Hause bleiben sollten, sondern zeigten, wo sie mit ihren Rädern noch den besten Stellplatz fanden. Und so verlief die wilde Massenausfahrt denn auch entspannt und reibungslos.

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Schraube sitzt fest

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Unpraktisch: Rad ab Foto: Kerstin E. Finkelstein

In Berlin werden längst nicht mehr nur ganze Fahrräder gestohlen, oftmals tut es auch ein  Teil. Ein schöner Ledersattel etwa, eine teure Schaltung oder das Vorderrad, lassen manchen Dieb beschließen, dass sich hier das Werkzeug anlegen lohnt. Beim Besitzer zurück bleibt der doppelte Ärger: bestohlen worden zu sein und meist auch noch auf dem Schaden sitzen zu bleiben. VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Dem wirft sich jetzt die Firma Sphyke C3N entgegen: „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber es davor retten, auseinander genommen zu werden.“ In seinem früheren Job entwickelte Teamgründer Ian Berell Medizintechnik, mit C3N ist es nun eine Radinnovation. Die Grundidee des Berliner Australiers ist dabei denkbar einfach: Eine Radmutter, die nach dem Prinzip eines Zahlenschlosses funktioniert.

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Rhein niederländisch

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Die Schleusen- und Stauwehranlage Amerongen.

Manche Väter haben viele Kinder. Väterchen Rhein zum Beispiel. Der verlässt Deutschland kurz hinter Kleve kommentarlos, um einfach weiter durch die Niederlande zu fließen. Nur seinen Namen wirft unser Vater im Grenzbereich ab, spaltet sich in ein breites Delta und wird fortan „Nederrijn“, „Lek“ und „Waal“ genannt – und sorgt für wunderschöne Radfahrstrecken. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN

Eigentlich ungerecht, möchte man meinen. Die Niederländer sind ja ohnehin schon bekannt für kompetente Verkehrspolitik: Während hierzulande noch darüber diskutiert wird, ob die städtische Infrastruktur wohl zusammenbricht, wenn man einen Parkplatz zum Stellplatz für sechs Fahrräder umwidmet, legen die Niederländer Radschnellwege, Radparkhäuser und grüne Radwellen an.

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Rechts-Beistand

CHain„Setzen Sie sich mit meinem Anwalt in Verbindung“ lautet ein Standardsatz im TV-Krimi.Zum Glück brauchen im wirklichen Leben die wenigsten Menschen einen eigenen Juristen. Manchmal jedoch ist auch für Radfahrer ein tiefer Blick in Paragrafen und Verordnungen unverzichtbar: Für ADFC-Mitglieder stellen deshalb die Rechtsanwälte Martin Karnetzki und Cornelia Hain ihr Wissen zur Verfügung. Mit der Juristin sprach KERSTIN E. FINKELSTEIN

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Alles, was Recht ist

„Radfahrer halten sich nicht an die Regeln,“ spricht der Stammtisch – und weiß dabei oft
nicht einmal, wie diese eigentlich lauten. Hier werden ein paar verbreitete Irrtümer zusammengetragen und richtig gestellt. TEXT UND FOTOS VON KERSTIN E. FINKELSTEIN Weiterlesen

Fahrrad-Monitor

BirgittaWorringenRadverkehrsbeauftragteDesBMVI

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des BMVI

Wer fährt wo gerne Rad? Was wäre an weiterer Infrastruktur wünschenswert? Und welche Fahrradtypen sind überhaupt unterwegs? Zum dritten Mal wurde seit 2009 im vergangenen Jahr deutschlandweit eine repräsentative Studie rund ums Radfahren durchgeführt. Die Ergebnisse präsentierten der ADFC, das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das beauftragte SINUS-Institut im März. TEXT UND FOTO VON KERSTIN E. FINKELSTEIN
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