Ausgeleuchtet: Die Frage nach dem Licht

Die Tage werden kürzer und viele Radfahrende fragen sich: Welche Fahrradbeleuchtung ist die richtige? Die Auswahl ist groß und so wird die Entscheidung schnell zur Qual. VON SVEN SCHLEI UND JONAS MORGENSTERN.

Motiv Licht Hoch ohne Balken_OK

Foto: P.3 Agentur für Kommunikation und Mobilität/AGFS NRW e.V.

Die Beleuchtung des Fahrrads wird durch den Fahrradkauf vorbestimmt: Trekking- und Tourenräder sind in der Regel mit einem Nabendynamo ausgestattet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Licht ist immer dabei und benötigt keine fremde Energiequelle. Sind Dynamo und Lichtanlage erst einmal sachgemäß montiert, ist der Wartungsaufwand gering. Rennräder, Mountainbikes und andere sportliche Varianten kommen dagegen meist ohne Licht und sind daher nicht verkehrstauglich.

Die Eigenmontage eines dynamobetriebenen Lichts ist nichts für Anfänger. Es empfiehlt sich der Kauf eines Batterielichts. Diese sind seit dem 5. Juli 2013 im Straßenverkehr offiziell zugelassen, müssen jedoch laut § 67 Abs. 1 der StVZO eine Nennspannung von 6 Volt leisten. Außerdem müssen sie das entsprechende Prüfzeichen aufweisen. Ein großer Vorteil des Batterielichts ist die einfache und schnelle Montage bzw. Demontage – wer Angst vor Vandalismus oder Diebstahl hat, steckt das Batterielicht einfach in die Tasche.

Wichtiges Argument sportlicher Fahrer ist aber das Gewicht: Ein herkömmlicher Nabendynamo wiegt mindestens 400 Gramm, meistens mehr. Ein weiterer Vorteil ist das Standlicht beim Halten an Kreuzungen oder am Straßenrand. Moderne Dynamo-Lichter bieten diese Funktion oft nur am Rücklicht. Will ich mich mit meinem Batterielicht nicht nur sichtbar machen, sondern auch den Untergrund vor mir ausleuchten, sollte es eine Beleuchtungsstärke von mindestens 30 Lux aufweisen können. Will ich nur gesehen werden, kann die Lux-Zahl auch niedriger sein. Übrigens: Ein blinkendes Licht ist zwar auffälliger, lässt andere Verkehrsteilnehmer die Entfernung aber schwerer einschätzen und ist außerdem im Straßenverkehr nicht zugelassen. Es empfiehlt sich daher eine helle, stetige Beleuchtung.

Alles Lux?
Hersteller geben die Beleuchtungsstärke ihrer Lampen meist in Lux an. Gemessen wird der Wert in 10 m Entfernung in der Mitte des Lichtkegels. Eine Leuchte, die das Licht stark bündelt, schneidet also mit höherer Lux-Zahl ab, als eine gleich helle Leuchte, die das Licht streut.Ein guter Fahrradscheinwerfer soll aber nicht nur in die Ferne leuchten, sondern auch das Nahfeld erhellen. Man sollte also seine Kaufentscheidung nicht nur von der Lux-Zahl abhängig machen. Qualität der Verarbeitung, Prüfzeichen und Fachverstand des Herstellers sind ebenso wichtig.

Fazit
Batteriebetriebene Lichter bieten Flexibilität und Gewichtsreduktion. Die Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit eines Nabendynamos ist aber vor allem auf längeren Touren und Reisen ein unschätzbarer Vorteil. Ein robuster, heller Scheinwerfer sollte mindestens 25 Euro kosten. Es lohnt sich aber, ein wenig mehr zu investieren. Zu empfehlen sind LED-Lichter, mit einer Lux-Zahl von 30 machen Sie nichts falsch. Das Prüfzeichen sollte nicht fehlen.

Das Prüfzeichen besteht aus einer wellenförmigen Linie, „K“ und der Prüfnummer.

Beispiel Prüfzeichen: Wellenlinie als Bestandteil des KBA-Prüfzeichens K 12345


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