ADFC-Wettbewerb kürt 3 Radschnellrouten

Autofrei durch Neukölln, kreuzungsfrei von Frohnau nach Wilhelmsruh oder auf Vorrangrouten durch die Innenstadt. Zum Ideenwettbewerb wurden 15 verschiedene Radschnellrouten beim ADFC Berlin eingereicht. Die Gewinner stehen jetzt fest. VON NIKOLAS LINCK.

Schnelle Verbindungen  für den Radverkehr sind zur Zeit ein heißes Thema bei Verkehrsplanern und Kommunen. Der neue Bundesverkehrswegeplan verzeichnet zum ersten Mal Mittel für Radschnellwege, in NRW sind erste Abschnitte des RS1 fertiggestellt und der Berliner Senat lässt eine Potentialanalyse erarbeiten. Der ADFC hatte im März den Ideenwettbewerb »Deine Radschnellroute« ausgelobt. Die dreiköpfige Jury – darunter Tilo Schütz (BUND Berlin), Tim Lehmann (STG Friedrichshain-Kreuzberg) und Evan Vosberg (ADFC Landesvorstand) – hat nun alle eingereichten Vorschläge geprüft und bewertet. Mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat der ADFC vereinbart, dass Vorschläge aus dem Wettbewerb in die Potentialanalyse aufgenommen werden.

1. Preis: Panke-Trail

Die Idee einer Radschnellroute von Buch auf Nebenstraßen parallel zur Stettiner Bahn bis hinunter zum Mauerpark unsere Jury überzeugt. Die Route bindet zahlreiche Ortsteile an das Pankower Zentrum an und stellt eine schnelle Verbindung nach Prenzlauer Berg, Wedding und Mitte her. Der Vorschlag 6 von Steffen Prowe erhält deshalb den ersten Preis.

Ungenutzte Flächen wie hier in Neukölln können zu Radschnellwegen werden. Foto: Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln

Ungenutzte Flächen wie hier in Neukölln können zu Radschnellwegen werden. Foto: Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln

2. Preis: Görlitzer Park – Teltowkanal

Der Vorschlag 4, eingereicht von der Initiative Fahrradfreundliches Neukölln, kombiniert den bestehenden Weg auf der stillgelegten Görlitzer Bahn mit den im Bau befindlichen Betriebswegen an der neuen A100 und den Güterbahntrassen am Neuköllner Schifffahrtskanal. Es entsteht so eine durchgehende, weitgehend kreuzungsfreie Radschnellverbindung vom Görlitzer Bahnhof bis zum Hafen Britz mit Anschluss an den Mauerweg entlang des Teltowkanals.

3. Preis: Radschnellweg Nord

Dieser Vorschlag von Martin Remppis sieht einen Radschnellweg von Frohnau auf den alten Gleisen der Nordbahn vor. Die Verwaltung plant allerdings, die Bahngleise südlich vom Bahnhof Wilhelmsruh wieder in Betrieb zu nehmen. Von Frohnau bis Wilhelmsruh hält die Jury den Weg aber für umsetzbar und prämiert die Idee mit dem dritten Platz.

Sonderpreise für interessante Typologien

Abb. 1: Auf der Bismarckstraße wäre ein Radschnellweg in Mittellage möglich. (Abb.: Henri de Vries)

Abb. 1: Auf der Bismarckstraße wäre ein Radschnellweg in Mittellage möglich. (Abb.: Henri de Vries)

Die Jury hat zwei weitere Vorschläge mit Sonderpreisen prämiert. Der Vorschlag 8 von Henri de Vries sieht ein Netz aus drei Verbindungen durch den Innenstadtbereich vor, die hauptsächlich als Fahrradvorrangrouten auf bestehenden Straßen verlaufen. Für die breiten Magistralen Kaiserdamm/ Bismarckstraße und Frankfurter Allee wird ein Zweirichtungsradweg in Mittellage vorgeschlagen. Vorteil: Der Mittelstreifen wird nur von großen Straßen gekreuzt, Konflikte mit Rechtsabbiegern, Fußgängern, parkenden Autos, usw. sind ausgeschlossen (siehe Abb. 1). Der Vorschlag 9 sieht eine Radschnellroute vom Charlottenburger Tor nach Rixdorf vor, auf der die Jury eine sehr hohe Nachfrage erwartet. Ein großer Teil der Verbindung verläuft kreuzungsfrei auf einem Steg im Landwehrkanal (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Kreuzungsfreie Radschnellroute im Landwehrkanal, ein Steg macht’s möglich. (Abb. Philipp Poll)

Abb. 2: Kreuzungsfreie Radschnellroute im Landwehrkanal, ein Steg macht’s möglich. (Abb. Philipp Poll)

2). Wenn dieses Modell sich technisch und räumlich umsetzen lässt, ist diese Typologie womöglich auf ähnliche Wasserstraßen übertragbar. Alle Vorschläge finden Sie unter www.adfc-berlin.de


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